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Hannover erwischt "gebrauchten Tag"

Es läuft beim TV Großwallstadt. Die Zuschauer waren begeistert von der Spielfreude, der Konsequenz im Abwehrverhalten und der Präzision im Abschluss, die zum höchsten Saisonsieg führten. Geradezu unglaublich war die Leistung von Mattias Andersson über die gesamte Spielzeit. Der schwedische Nationaltorwart wehrte 25 Würfe ab und ließ nur 18 Tore zu, eine Erfolgsquote von 58 Prozent.

In der zweiten Halbzeit waren die Hannoveraner vom TVG-Keeper so genervt und warfen so schwach, dass dieser die Bälle sogar festhalten konnte. Mit diesem Rückhalt entwickelten die Gastgeber ein flüssiges Angriffsspiel, das fast in allen Fällen vom Erfolg gekrönt war. Bemitleidenswert die Leistung des Gäste-Torhüters Nenad Puljezevic, der kaum eine Hand an den Ball brachte. Auch Kollege Meyer machte es, alleine gelassen von der eigenen Abwehr, nicht besser. Der Unterschied der Torhüter war für Bundesligaverhältnisse frappierend. Stark wie der Keeper spielte neben der gesamten Deckung die linke Großwallstädter Angriffsseite. Linksaußen Andreas Kunz und der Halblinke Stefan Kneer trafen nach Belieben.

In der zweiten Halbzeit war es ein Schaulaufen vor den eigenen Fans - zeitweise war eine 15-Tore-Führung auf der Anzeigtafel abzulesen. Trainer Michael Biegler wechselte seine "zweite Garde" ein. Und auch Spieler wie Felix Kossler, Philipp Reuter und Gregor Schmeißer enttäuschten nicht. Mit Ausnahme von Spielmacher Oliver Köhrmann konnten sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen, was die Ausgeglichenheit der Großwallstädter Mannschaft deutlich machte.

Hannover aber, nach dem Sieg gegen Göppingen mit großem Selbstvertrauen und vielen Hoffnungen angereist, hatte einen "gebrauchten Tag" erwischt. Da ging nichts und dies von Beginn an in allen Mannschaftsteilen.