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Hannovers Joker Jonsson sticht am Ende

Heimspielzeit in der AWD-Hall heißt auch immer, es gibt eine andere TSV Hannover-Burgdorf zu sehen als in den vorangegangenen Auswärtsspielen. Mit einer erneut leidenschaftlichen und kampfstarken Vorstellung begeisterten die Hausherren einmal mehr die stattliche Kulisse von 3.862 Besuchern und wiesen den SC Magdeburg völlig verdient in die Schranken. Zum überragenden Rückhalt wurde Torwart Nenad Puljezevic, der den Gästen mit zahlreichen Glanzparaden und fünf gehaltenen Siebenmetern den Nerv raubte. "Nenad war immer da, wenn es eng wurde und wir Hilfe brauchten", erklärte Hannovers Trainer Frank Carstens und sprach von einer gelungenen Wiedergutmachung nach der Großwallstadt-Pleite: "Wir haben in allen Belangen wieder besser funktioniert, waren aggressiv in den Zweikämpfen, besser in der Ballannahme und konsequenter in der Bewegung nach vorne."

Der mit einer Zerrung im Oberschenkel pausierende Gustav Rydergard wurde im Deckungsinnenblock von Robertas Pauzuolis bestens vertreten. "Das ist auch Robertas sein Ding, das kann er auch nachts um drei Uhr noch", lobte der TSV-Chefcoach den Kahlkopf.

In der ersten Hälfte hatten die Burgdorfer zunächst noch Probleme mit den schnell aus der Abwehr heraustretenden Magdeburgern. Durch zwei leichte Ballverluste ermöglichte der SCM den Niedersachsen aber dennoch eine 11:9-Pausenführung. "Wir geben ein Spiel leichtfertig aus den Händen. Das ist symptomatisch für unsere derzeitige Situation", ärgerte sich Trainer Sven Liesegang, dem auch sauer aufstieß, "dass wir zum wiederholten male so viele Siebenmeter liegen lassen."

In der zweiten Hälfte fiel dann die Vorentscheidung zwischen der 40. und 47. Minute, als sich Hannover von 14:13 auf 20:14 absetzte. "Uns fehlte da die Durchschlagskraft von hinten. Das hat Burgdorf dann ausgenutzt", so Liesegang. Zudem zog TSV-Coach Carstens in der finalen Viertelstunde mit Hannes Jon Jonsson einen Joker. Der für Daniel Brack gekommene quirlige Isländer setzte sofort entscheidenden Aktionen. Näher als drei Tore kam der SCM nicht mehr heran, in der Schlussminute führte Burgdorf 27:23, die zwei letzten Gegentreffer waren nur noch Kosmetik.