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Hans Lindberg: "Wir haben alles falsch gemacht"

Der VfL Gummersbach wurde erneut seinem Ruf als Favoritenschreck gerecht: Das Team von Trainer Sead Hasanefendic gewann nach einer fantastischen spielerischen und taktischen Leistung mit 39:31 beim Tabellenführer HSV Hamburg und nahm völlig verdient beide Punkte aus der Colorline-Arena ins heimische Gummersbach mit. Bester VfL-Torschütze war Rechtsaußen Vedran Zrnic mit zwölf Treffern, selbst der erneut starke Keeper Goran Stojanovic reihte sich in die Liste der Torschützen ein.
Das Team von Sead Hasanefendic versuchte die Hamburger Angriffswucht bereits im Ansatz zu stoppen und setzte auf eine 3:3-Deckung. Diese Abwehrvariante stellte den HSV immer wieder vor Probleme, nach einer Viertelstunde lag der VfL mit 7:8 in Front. Der HSV dagegen glänzte meist nur durch Einzelleistungen von Hans Lindberg, der nach 25 Minuten bereits sieben Treffer auf seinem Konto hatte. Folglich führte der Gast nach 27 Minuten verdient mit 16:14.  
Martin Schwalb überraschte in der zweiten Halbzeit das Publikum (und den VfL) und brachte mehrmals im eigenen Angriff Pascal Hens als siebten Feldspieler für Torwart Jogi Bitter. Der Erfolg blieb aus: Vedran Zrnic traf zweimal – einmal ins leere Tor und einmal gegen Pascal Hens, der ins Tor geeilt war. Der kroatische Nationalspieler blieb auch weiterhin aus sieben Meter sicher, nach 37 Minuten lag der VfL nach dem dritten Zrnic-Tor in Folge mit 20:21 in Front. Und es wurde aus VfL-Sicht noch besser: Adrian Pfahl, Vedran Zrnic mit seinem achten Treffer und Adrian Wagner bauten mit ihren Toren die VfL-Führung auf 21:24 (40. Minute) aus.
Als sich erst Drago Vukovic und dann Adrian Pfahl durchsetzten und mit ihren Toren auf 24:29 erhöhten, wurde es ruhiger in der Colorline-Arena. Sollte dem VfL etwa die Sensation gelingen und den großen Favoriten in eigener Halle besiegen? Vedran Zrnic traf nach 50 Minuten per Siebenmeter zum 24:30, und es wurde immer verrückter: Erst traf Adrian Wagner ins leere HSV-Tor, dann sogar Torwart Goran Stojanovic – fünf Minuten vor Schluss zeigte die Anzeigetafel nach einem Unterzahltreffer von Christoph Schindler ein vorher selbst von kühnsten Optimisten nicht geglaubtes 27:35 für den VfL Gummersbach. Die oberbergischen Angreifer trafen nach Belieben: Adrian Pfahl, Christoph Schindler und Robert Gunnarsson schraubten das Ergebnis auf 28:38 hoch. Auch das letzte VfL-Tor war dem Kapitän vorenthalten, Robert Gunnarsson traf zum vierten Mal ins Netz. Die VfL-Profis zeigten eine phänomenale Leistung und gewannen beim Tabellenführer HSV Hamburg nach einem taktischen Meisterstück mit 31:39.

Stimmen zum Spiel:
Sead Hasanefendic (Trainer VfL Gummersbach):
"Ich bin selbstverständlich zufrieden nach solch einer Leistung. Unsere Strategie war es mitzuhalten, egal wie lange. Und diese Strategie ist aufgegangen. Ein großes Lob an meine Jungs, ich kann ihnen nur ein großes Kompliment für diese tolle Leistung machen. In vielen Situationen hat der HSV mehr und mehr resigniert, während wir mehr und mehr an uns geglaubt haben, das war ein Schlüssel zum Erfolg heute."
Axel Geerken (VfL-Geschäftsführer): "Es war  ein unglaubliches Spiel. Das haben wir schon gegen Kiel gesagt und ich dachte nicht, dass wir solch eine Leistung noch einmal wiederholen können, doch es ist der Mannschaft wieder gelungen. Hier ist heute etwas Besonderes passiert, Sead hat eine taktische Meisterleistung vollbracht und den HSV mit der 3:3-Deckung verunsichert. Als wir vor der Halbzeit ein paar Fehler gemacht haben und es Unentschieden stand, hatte ich Bedenken, ob die Mannschaft das hohe Tempo durchhalten kann, doch die Jungs haben das super gemacht. Sead hatte in der Halbzeit darauf hingewiesen, dass die ersten Minuten der zweiten Halbzeit spielentscheidend werden könnten und hat damit Recht behalten. Als der HSV dann auf den siebten Feldspieler gesetzt hat, konnten wir vier Tore erzielen und dem HSV wegziehen. Die Mannschaft hat erneut bei einem Fernsehspiel eine großartige Leistung gezeigt. Diese Aufmerksamkeit hilft uns auch auf anderen Ebenen."
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Glückwunsch an den VfL für eine konzentrierte und spielerische Leistung von der ersten bis zur 60. Minute. Wir haben von Anfang an große Probleme gehabt, die Beine ins Spiel zu bringen. Nach ein, zwei verworfenen Bällen haben wir es nicht mehr geschafft, unseren klaren Kopf zu behalten. Man hat gesehen, dass dieses Spiel immer schwerer wurde. Das haben die Jungs auch irgendwann selbst gespürt und zu viel Respekt gezeigt. Ich möchte mich noch einmal bei den Fans für die unterstützende Stimmung trotz dieser Niederlage bedanken."
Christoph Schindler (VfL): „Solch einen deutlichen Sieg habe ich vor dem Spiel nicht für möglich gehalten. Man will zwar jedes Spiel gewinnen, aber wenn es gegen den Spitzenreiter geht, denkt man nicht an solch ein Ergebnis. Wir wollten den HSV unter Druck setzen und das Spiel so lange wie möglich offen halten – das ist uns gelungen, wir haben Hamburg mit unserer Verteidigungsvariante geschockt. Ich bin hier in eine sehr intakte Mannschaft gekommen, das macht das Einleben sehr leicht. Zudem hat der Trainer sofort auf mich gesetzt, da bin ich froh, dass ich das Vertrauen mit meinen sechs Toren heute rechtfertigen konnte."
Hans Lindberg (HSV): „Nach dem Untenschieden zur Halbzeit haben wir in der zweiten Halbzeit alles falsch gemacht. Die Taktik mit dem siebten Feldspieler hat nicht geklappt, zudem hatten wir große Probleme mit der taktischen Aufstellung von Gummersbach. Wir haben heute ganz schlecht gespielt, uns ist rein gar nichts gelungen. Wir haben zwar heute verloren, doch es war nur ein Spiel, das wir schnell abhaken müssen. Wir wollen weiterhin Deutscher Meister werden."

KOMMENTARE

Reiner Besold, 14.03.10, 16:26 Uhr
"Schön" war das Handballspiel einmal vor langer, langer Zeit. Wenn halt die Kohle nicht da ist, kann man es nur mit mehr »
Werner Bies, 11.03.10, 10:38 Uhr
Ja, moin moin, es ist zwar schön, das die Gummersbacher das Spiel gewonnen haben, aber auch das gestrige Spiel gegen mehr »
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