HSV Hamburg - Interview mit Johannes Bitter, Torhüter des HSV Hamburg - "Hart aber herzlich" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit Johannes Bitter, Torhüter des HSV Hamburg

"Hart aber herzlich"

Johannes Bitter, Torhüter des Deutschen Meisters HSV Hamburg, stand der HANDBALLWOCHE Rede und Antwort.

Herr Bitter, der neue Trainer Per Carlén gilt als harter Hund. Wie hart lässt er denn wirklich trainieren?

Johannes Bitter: Also das Trainingslager in Herrsching war schon eines der härtesten, die ich in meinem Leben absolviert habe. Vor allem das Zirkeltraining am Ende war eine mordsmäßige Geschichte. Aber der Spaß kommt trotz aller Quälerei bei ihm nicht zu kurz. Das ist wichtig.

Was ist Carlén für ein Typ, wie geht er mit der Mannschaft um?

Man könnte sagen: Er ist hart aber herzlich. Er legt viel Wert auf Fitness und Disziplin, aber auch Kommunikation und Harmonie, ist sehr  empathisch. Er fragt 100 Mal am Tag, wie es geht, ob alles okay ist.  Bis jetzt gibt es keine Reibungspunkte. Mannschaft und Trainer sind auf einer Wellenlänge.

Was macht er anders als sein Vorgänger?

Wir trainieren sehr viel Gegenstoß, das ist einer seiner Schwerpunkte. Und wir machen mehr Krafttraining. Das kommt uns zugute, denn in Duellen mit  Ciudad Real hat man gesehen, dass uns ein, zwei Kilo fehlen. Da noch was drauf zu packen, kann ein Plus sein.

Sie haben mit Dan Beutler einen neuen Torhüter-Kollegen. Wie kommen Sie miteinander zurecht?

Wir kommen echt gut klar. Er ist vollkommen ohne Starallüren hier angekommen, wir reden sehr viel, sind nah beieinander. Das freut mich ungemein. Es hätte mich  gestört, wenn es keine Harmonie gegeben hätte wie.

Dabei eilt Beutler der Ruf voraus, schwierig zu sein...

Dan ist auf jeden Fall ein bunter Hund (grinst) ... und ein bisschen verrückt. Als demnächst zweifacher Familienvater wirkt er dennoch sehr geerdet. Ich kann bislang nur Positives über ihn sagen.

Als was sehen Sie Beutler: Rivale, Konkurrent, Kollege?

Als Partner! Wir sind ein Torhüter-Team, das nur gut funktionieren kann, wenn wir an einem Strang ziehen.

Aber Sie beide sind es aus den letzten Jahren gewohnt, deutlich mehr als 50 Prozent Spielanteile zu haben. Mindestens einer wird zurück stecken müssen. Könnte das nicht ein Problem werden?

Natürlich will ich immer spielen, jeder Torhüter will das oder sollte das wollen. Aber das geht ja gar nicht bei einer so langen Saison. Ich denke, Dan und ich können beide damit leben, wenn wir mal nicht spielen. Wir sind ja keine 18 mehr. Wir werden uns kitzeln, pushen und hoffentlich zu Höchstleistungen treiben. Davon profitieren am Ende nicht nur wir beide, sondern auch der HSV.