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DKB Handball-Bundesliga

HBL-Präsident Reiner Witte: Es wird Zeit, dass es wieder los geht

Die Mannschaften der DKB Handball-Bundesliga bereiten sich derzeit intensiv auf die neue Spielzeit vor. Nach und nach formulieren die Trainer und ihre Teams Ziele für 2014. Was haben Sie sich mit der DKB-HBL vorgenommen?

Reiner Witte: Sie können mir glauben, unsere Saisonvorbereitung ist ähnlich intensiv. Wenn auch nicht so körperbetont, verlangt Sie uns doch einiges ab. Zu allererst erwähne ich, dass die Liga seit wenigen Tagen eine neue Adresse hat. Der Umzug war dringend nötig, die Geschäftsstelle platze aus allen Nähten. Der Umzug innerhalb von Dortmund fällt mitten in die Vorbereitungen zum Super Cup, der ja das erste Mal in Bremen ausgetragen wird. Ein Erfolg in der ÖVB Arena zum Saisonauftakt ist uns wichtig. Im Übrigen ist das auch unser erstes TV-Spiel bei SPORT1 in der neuen Saison. Damit bin ich bei einem Top-Thema. Zusammen mit unseren TV-Partnern wollen wir verbesserte Quoten. Der Schritt, dass von 60 Livespielen in TV bei SPORT1 mindestens 50 in HD-Qualität produziert werden, soll dabei helfen. Die Liga gibt’s ab dem 20. August noch schärfer live bei SPORT1.

Und weiter?

Die Liste ist lang. Natürlich haben wir nach wie vor eine Optimierung unseres nationalen Spielplans als Dauerbrenner im Gepäck. Hier sind wir auf die Kompromissbereitschaft der EHF angewiesen, leider geben wir hier nicht unbedingt das Tempo vor. Sehr wohl tun wir dies bei der Positionierung unserer Sportart am Markt. Eine Erfolgsgeschichte schreibt die Liga mit der weltweiten Vermarktung ihrer TV-Spiele. National benötigen wir einen neuen Impuls. 2007 hatten wir durch den Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land einen enormen Schub in allen Bereichen. Es ist es uns gelungen, unsere Position als Ballsport Nummer 1 hinter Fußball auszubauen. Inzwischen mangelt es an Schub, der Abstand zu den Sportarten Basketball und Eishockey ist geschrumpft. Heißt, wir müssen Gas geben. Dabei spielt die Schlagkraft unserer Nationalmannschaft eine enorm wichtige Rolle. Da trifft es uns umso härter, dass die EM-Qualifikation verpasst wurde. Wir werden unsere Nationalmannschaft noch intensiver unterstützen. So etwa durch eine verstärkte Anpassung des Spielplans an die Länderspieltermine. Auch bei der Nachwuchsarbeit werden sich die Klubs weiter zur Decke strecken. Eines ist klar, nur im Schulterschluss werden wir unser Nationalteam möglichst rasch stabilisieren und zurück in die Weltspitze führen. Denn da gehört Deutschland mit seinem enormen Handball-Potential hin.

Vor gut drei Jahren sorgte die Insolvenz von AG Kopenhagen für ein Erdbeben im europäischen Handball, nun die Pleite von Atletico Madrid. Wie beurteilen Sie die finanzielle Lage des Spitzenhandballs auf Clubebene allgemein und in Deutschland im Besonderen?

In Spanien liegen die Probleme auf der Hand. Dem Land geht es wirtschaftlich schlecht. Es fehlt Unternehmen und Staat an der nötigen Finanzkraft. Das merkt natürlich auch der Sport, der in Spanien stark durch die öffentliche Hand subventioniert wird. Da hat auch eine hervorragend ausgerichtete Handball-Weltmeisterschaft nicht nachhaltig geholfen. Die Clubs, die in der ASOBAL, also der obersten spanischen Liga an den Start gehen, haben durch die WM kaum Sponsoren- oder Zuschauerzuwachs verzeichnen können. In den meisten Ländern, in denen erfolgreich Klubhandball gespielt wird, ist das finanzielle Überleben abhängig von der Gunst einzelner Geldgeber. Entsprechend anfällig ist das System. Anders die Entwicklung in Deutschland. Der DKB Handball-Bundesliga ist es gelungen, seit der WM im eigenen Land ihr Budget beinahe zu verdoppeln. Klar, Sponsoren wollen Reichweite, insbesondere während und nach dem WM-Sieg 2007 konnten wir diese liefern. Vom Erfolg der deutschen Nationalmannschaft hat die Liga unmittelbar profitiert. Dazu kommt, dass die DKB Handball-Bundesliga im Vergleich weltweit ihres gleichen sucht und im EHF-Ranking seit Jahren Nummer 1 ist. Dieser positive Status wurde  uns nicht in den Schoß gelegt und bietet schon gar nicht ein Polster, auf dem es sich verschnaufen ließe.

Welche Maßnahmen ergreift die DKB Handball-Bundesliga in diesem Jahr ganz konkret, um Finanz-Problemen bei den Vereinen entgegenzuwirken und rechtzeitig eingreifen zu können?

Nun, die Wahrung wirtschaftlicher Stabilität ist in erster Linie die Aufgabe unserer Clubs. In Abstimmung mit diesen haben wir in den vergangenen Jahren unser Lizenzierungsverfahren verschärft und modernisiert. Diesen Weg gehen wir entschlossen weiter. Die gesamtwirtschaftliche Lage im Lande bestärkt uns darin. Insgesamt stellen wir fest, dass sich die Etats unserer Vereine konsolidieren. Wie wichtig uns das Thema ist, erkennen Sie auch daran, dass wir für die Bereiche Finanzen und Lizenzierung einen zweiten Liga-Geschäftsführer verpflichtet haben. Die stattfindende Konsolidierung betrifft ja im Übrigen beinahe jeden Profisport in Deutschland. Umso wichtiger ist es für uns, dass wir auf gesundes Wachstum und innovative Konzepte setzen. So gebietet es die wirtschaftliche Vernunft zum Beispiel auf Jugendförderung und auf den Einsatz von Eigengewächsen zu setzen.

Die Einführung eines neuen Spielmodus für die Saison 2014/2015 wird derzeit heiß diskutiert. Welche Meinung haben Sie dazu? Ist eine Spielplan-Änderung ein notwendiger Schritt in die Zukunft oder ein zu großes Risiko, weil die sportliche Fairness vielleicht darunter leidet?

Klar ist, dass kein Modus in Stein gemeißelt ist. Klar ist auch, dass wir das Interesse unsere Klubs und unserer Fans als Fundament für solch wichtige Grundsatzentscheidungen betrachten müssen und werden. Wir wägen derzeit Vor- und Nachteile einer solchen Änderung ab, dies geschieht unter Einbeziehung unserer Clubs - und vor allem erst einmal hinter verschlossenen Türen. Zu gegebener Zeit werden wir unsere Entscheidung bekannt geben und begründen.

Wie beurteilen Sie den Unterbau der DKB-HBL: Welche Erfahrungen haben Sie mit der eingleisigen zweiten Liga gemacht, wird an dieser Staffel in ihrer derzeitigen Form festgehalten und wie rechtfertigen Sie diese Liga gegenüber Vereinen aus der 3. Liga, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht aufsteigen können?

Die Einführung der eingleisigen 2. Handball-Bundesliga zur Saison 2011/12 war ein Schritt in die richtige Richtung. Insgesamt ist dadurch die Bedeutung bestiegen. Zum Beispiel stiegen die Zuschauerzahlen in der letzten Spielzeit um 30 Prozent. Ehrlich gesagt hätte ich mir ein wenig mehr von der zentralen Vermarktung erwartet. Hier bohren wir scheinbar ein dickes Brett. Ich bin sicher, dass wir durch den Aufbau der eingleisigen 2. Liga die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen haben, um auch hier zu profitieren. Seit Einführung der eingleisigen 2. Handball-Bundesliga haben wir ihren Anteil an unserer Gesamt-Kommunikation deutlich gesteigert, außerdem wird in vielen Clubs engagierte Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Ich bin sicher, dass wird letztlich zum Ziel führen.

Kiel, Flensburg, Hamburg – das Herz des deutschen Club-Handballs schlägt ohne Frage im Norden. Warum ist das Ihrer Meinung nach so und warum gibt es in Deutschlands Mannschaftssportart Nummer zwei noch immer weiße Flecken auf der Landkarte?

Das liegt wahrscheinlich daran, dass so viel Spitzenspieler, die bei Nordklubs spielen, eher aus dem Süddeutschen kommen (lacht). Dort wird nämlich von Verbänden und Vereinen hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet. Denken Sie nur an Klein, Weinhold, Pfahl, Strobel oder Hens. Im Ernst, dass Nord-Süd-Gefälle hat unterschiedliche Gründe. Zum einen trägt die Nähe zu den skandinavischen Handballnationen dazu bei, dass der Norden dermaßen stark besetzt ist. Außerdem hat man es in den nördlichen Regionen wohl besser verstanden, Kräfte zu bündeln. Vereine haben fusioniert. Ein weiterer Grund besteht meiner Einschätzung nach darin, dass Norddeutschland ein Flächenland ist. In solchen oft strukturschwächeren Regionen hatten es Fußballvereine eher schwer, sich gegenüber Ligakonkurrenten in strukturstarken Regionen zu behaupten. Dies hat der weniger kostenintensive Handball, traditionell eher in ländlichen Regionen verhaftet, für sich genutzt.

Zu Guter Letzt, die obligatorische Frage nach Favoriten und Abstiegskandidaten. Wir wissen, dass Sie als Präsident der DKB Handball-Bundesliga zur Objektivität verpflichtet sind, aber als ehemaliger Sportler haben auch Sie eine gesunde, subjektive Einschätzung der 18 Vereine für die kommende Saison, oder?

Die DKB Handball-Bundesliga ist enger zusammengerückt, Alleingänge an der Tabellenspitze werden wir eher nicht erleben. Vielmehr erwartet uns ein saisonlanges, spannendes Ringen um Tabellenspitze und Titel, beim dem wohl bis zu fünf Teams ordentlich mitmischen werden. In Kiel, Berlin und Hamburg gab es personelle Umbrüche, trotzdem sind die Kader durchaus titelverdächtig. Sicher dürfte der Druck beim HSV besonders groß sein, die Erwartungen nach dem Champions League-Sieg sind gewachsen. Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen haben ihre Kader lediglich leicht ergänzt, sind also eingespielt. Ich bin gespannt, wer das Rennen machen wird. International werden unsere Klubs erneut ein gewichtiges Wort mitreden, wenn es um die Titel geht. Die Saison 2013/14 wird in jedem Fall spannend. Es wird höchste Zeit das es wieder losgeht.

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