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Heinevetter hält wieder spektakulär

Wenn bei den Füchsen die Halben Michal Kubisztal und Mark Bult einen guten Tag haben (wie zuletzt beim 29:24-Auswärtssieg in Großwallstadt), dann können sich die Füchse aus Berlin noch Hoffnungen auf Platz acht in der Schlussabrechnung machen. Ob dieser Platz dann zur Teilnahme an einem der Europapokalwettbewerbe reicht, ist derzeit noch unklar.

Immerhin: Linkshänder Bult zeigte phantastische Form mit druckvollem Angriffsspiel und sicher verwandelten Strafwürfen und war damit Garant für einen alles in allem problemlosen 31:25-Erfolg gegen die höher eingeschätzte Mannschaft der MT Melsungen. Wieder einen glänzenden Auftritt hatte Silvio Heinevetter. Der Nationaltorhüter fand zwar nicht gerade auf leichte Weise ins Spiel (nur zwei der ersten zehn Würfe gehalten), steigerte sich aber - hinter der sicher stehenden Deckung - nach einer gewissen Durststrecke in den letzten Spielen wieder in eine großartige Form (21 teils spektakuläre Paraden) und konnte sich nach 60 unterhaltsamen Minuten am Sonntag Nachmittag vor 7.800 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle als Garant für den 18. Saisonsieg ansehen.

Neben Heinevetter und Bult zeigte die Füchsemannschaft auch in spielerischer Hinsicht so gute Qualitäten, dass der Gast aus Nordhessen sich nie zu einer hartnäckigen Gegenwehr aufraffen konnte. "Mir hat gefallen, wie gut meine Mannschaft das Spiel , den Gegner kontrolliert und auch über schöne Kombinationen die Tore herausgespielt hat", strahlte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson zufrieden, "leider haben wir zum Schluss etwas den Kopf verloren und einen höheren Sieg verschenkt. Darüber werden wir sprechen müssen."

In der Tat: Zum ersten Male bei einem Heimspiel war in der Berliner Mannschaft eine gewisse Leichtfertigkeit zu spüren, freilich aus einer Überlegenheit heraus, die nicht erwartet wurde.


Comeback von Wilczynski

Zusätzlichen Siegesglanz lieferte Linksaußen Conny Wilczynski. Der Österreicher absolvierte ab der 48. Minute sein Comeback nach dreieinhalb Monaten Verletzungspause (Handverletzung und Hüftzerrung). Begeistert gefeiert gelang dem Österreicher gleich ein Tor (26:18/50.), aber auch gleich eine Minute später eine Regelwidrigkeit (zwei Minuten raus). Bis auf Abwehrchef Stian Vatne und Markus Richwien (Fußverletzung) sind alle Füchse wieder an Bord.

Die Melsunger enttäuschten ganz ohne Frage. Sie spielten ohne Biss ihren Stiefel herunter. "Wir haben unser Konzept verloren und einige elementare Fehler gemacht", bilanzierte MT-Coach Ryan Zinglersen die Leistungen seiner Mannschaft. "Wir haben mit unserem kleinen Kader versucht zu kämpfen, aber es war zu schwer für uns. Meine Spieler sind müde." Erst als die Füchse zum Schluss "Larifari" spielten, holten die Nordhessen noch etwas auf (von 30:21 auf 30:25).