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Hessen realisieren das ehrgeizige Vorhaben

Ein Sieg, nichts anderes als ein Sieg sollte gegen den abstiegsbedrohten TSV Dormagen her. Das ehrgeizige Vorhaben gelang. Beim 36:31 (16:12)-Erfolg ließen der heimische MT Melsungen wie versprochen nichts anbrennen. Und schonte ob einer konzentrierten Vorstellung dabei sogar die Nerven seiner Fans in der Kasseler Rothenbach-Halle. Was besonders den MT-Coach freute. "Wir haben den Gegner 60 Minuten im Griff gehabt", frohlockte Ryan Zinglersen, der zudem mit seinen Personalentscheidungen goldrichtig lag. Felix Danner (für den verletzten Franck Junillon) bildete zusammen mit Thomas Klitgaard einen bärenstarken Mittelblock, der insgesamt drei gegnerische Spielmacher verschliss. Und Karipidis` Rückkehr ins Team tat diesem ebenso gut, wofür nicht nur die acht Treffer (davon drei Siebenmeter) des Rechtsaußen sprachen. Ein paar kleinere Spannungsmomente gab`s dann doch: Beim 14:12 etwa nach zwischenzeitlicher Melsunger 9:3-Führung (12.), als die zuvor so überlegenen Gastgeber in Unterzahl zu wackeln drohten. Sich dann aber wieder zusammenrissen und ohne "Sünder Klitgaard" noch einen komfortablen 16:12-Pausenvorsprung durch Alexandros Vasilakis und Savas Karipidis herauswarfen. "Da war mehr drin", trauerte TSV-Trainer Kai Wandschneider vier Fahrkarten seiner Schützlinge nach. Bis dahin hatten die Melsunger lange Zeit von einem 6:0-Traumstart nach sieben Minuten gezehrt, der sie dann allerdings zu "unnötigen individuellen Aktionen" (Zinglersen) verleitete, mit denen Gäste-Torwart Vortmann aufgebaut wurde. Und die eigene 6:0-Deckung ließ sich zu häufig aus der Reserve locken, worauf Florian Wisotzki und Kristian Nippes bis dahin vergeblich gewartet hatten.

Nach dem Wechsel hatten die Zinglersen-Schützlinge ihre Lektion gelernt. Mit Geduld, Rafinesse und einem starken Torwart Lechte wurde dem Dormagener Angriff, der bisweilen minutenlang vergeblich die Lücke zum Abschluss suchte, endgültig der Schneid abgekauft. Und dann wie in der Anfangsphase blitzschnell umgeschaltet. Beim 20:14 (37.) schien sich die Vorentscheidung bereits anzubahnen, ehe der Aufsteiger von 2008 noch mal auf 24:21 (44.) herankam.

Ein Strohfeuer, weil danach nach bewährtem Muster Vasilakis, Tellander (2) und Karipidis für Melsungen wieder auf 28:22 (48.) erhöhten. Erst nach Danners drittem Tor zum 31:24 (52.) ließen die Gastgeber die Zügel etwas schleifen, was aber am überzeugenden und ungewohnt entspannten Sieg nichts änderte.