HBW Balingen-Weilstetten - Höchste Saisonniederlage für Balingen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Höchste Saisonniederlage für Balingen

Dr. Rolf Brack, Trainerfuchs in Diensten der HBW Balingen-Weilstetten, ist für seine taktischen Kniffe ebenso bekannt wie für seine Fairness, wenn es gilt, nach eigenen Niederlagen die Stärken des Gegners anzuerkennen. Im und nach dem Spiel gegen den VfL Gummersbach wurde dies einmal mehr deutlich: So zog Brack während der 60 Minuten alle taktischen Register, aber egal, ob er seinen Torhüter gegen einen siebten Feldspieler tauschte, ob er seine Abwehr defensiv oder offensiv agieren ließ, sein Gegenüber Sead Hasanefendic und die VfL-Spieler hatten auf alles eine (passende) Antwort. Kein Wunder, dass Brack nach dem Spiel die Arbeit seines Trainerkollegen anerkannte: "Ein Kompliment an Sead, er hat hier tolle Arbeit geleistet. Schließlich haben wir im letzten Jahr nur knapp und unglücklich in der Kölnarena verloren - und da hatte der VfL noch so hochkarätige Namen wie Momir Ilic und Alexis Alvanons dabei."

In der Tat hatten die Gäste aus Baden in der Gummersbacher Eugen-Haas-Halle nicht die Spur einer Chance, obwohl Hasanefendic seinen Spielmacher Viktor Szilagy schonte und Christoph Schindler nur in der Schlussphase einige Minuten zum Einsatz kam. "Ich wollte Geoffroy Krantz auch im Angriff mal eine längere Chance geben.Und ich muss sagen, er hat seine Sache hervorragend gelöst", lobte der VfL-Coach den kleinen Franzosen mit dem großen Kämpferherz, der ansonsten meist nur in der Abwehr glänzen kann.

Zum Spieler des Abends avancierte aber ein Mann, der in dieser Saison fast das Balinger Trikot getragen hätte: Adrian Pfahl. Der Linkshänder, der bekanntlich in Balingen schon einen Vertrag unterschrieben hatte, dann sich aber für seine sportliche Zukunft in Gummersbach entschied, war von der Balinger Abwehr überhaupt nicht in den Griff zu bekommen und erzielte zehn Feldtore, wobei nur eine "Fahrkarte" bei ihm zu Buche stand.

Die Gäste vermochten nur bis zum 3:3 (5.) mithalten, danach blieben sie neun Minuten ohne Torerfolg und der VfL sorgte mit einem Zwischenspurt zum 8:3 schon für die frühe Vorentscheidung. Und in der Folgezeit bauten die Gastgeber ihren Vorsprung kontinuierlich aus, wobei sich Hasanefendic den Luxus erlauben konnte, in der Schlussphase aus seinen jungen Talenten ausreichend Spielpraxis zu geben.