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MT Melsungen überrascht die Liga

Höhenflug hält an

Vom Punktlieferanten zum Angstgegner: MT Melsungen ist in der Handball-Bundesliga die Mannschaft der Stunde. Nach fünf Spieltagen, einem 28:19 (13:10) gegen HBW Balingen-Weilstetten und nur einer Niederlage liegen die Nordhessen auf Platz zwei hinter Spitzenreiter THW Kiel.

Allerdings liegen sie noch vor den Champions-League-Teilnehmern Füchse Berlin und HSV Hamburg. Der deutsche Meister landete gegen den TV Hüttenberg mit 35:26 (20:14) seinen dritten Heimsieg.

Bereits seit 1920 wird in Melsungen Handball gespielt, doch einen derartigen Höhenflug erlebte die rund 13 500 Einwohner zählende Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis noch nie. Als größter sportlicher Erfolg zählte bislang das Erreichen des Halbfinals im DHB-Pokal 1996. Erst 2005 gelang der Aufstieg in das Handball-Oberhaus und noch nie gab es einen einstelligen Tabellenplatz.

Vor der Saison machte Trainer Michael Roth einiges anders. Vor allem im Fitness-Bereich legte man zu, arbeitete dort auch mit wissenschaftlicher Unterstützung. «Wir wollen von der ersten bis zur letzten Sekunde auf hohem Tempo spielen können und somit in der Lage sein, auch noch in der 55. Minute prima dagegenhalten zu können. Die Spieler sollen sich stark fühlen», hatte Roth seine härtere Gangart in der Vorbereitung begründet. Und seine Spieler fühlen sich stark.

Gegen Balingen-Weilstetten gab es nur bis zur 26. Minute Probleme im Spiel nach vorn, da die Gäste im Abwehrverbund sehr offensiv standen. Dann aber setzten sich die Kraft und spielerische Klasse der Melsunger durch. Nach 38 Minuten war die Partie beim Stand von 18:12 zur Freude von über 1800 Zuschauern bereits entschieden. «Es macht einfach Spaß mit der Mannschaft jetzt, wo alle dabei sind. Wenn wir so konzentriert weiter arbeiten, haben wir die Chance, vorwiegend nach oben zu schauen und nicht mehr nur nach hinten», erklärte Roth. Wie stark das Team wirklich ist, wird sich am 8. Oktober zeigen, wenn die Rhein-Neckar Löwen auf die Überraschungsmannschaft warten.

Meister Hamburg hatte unterdessen auch ohne den Rot-gesperrten Nationaltorhüter Johannes Bitter gegen die Amateure des TV Hüttenberg keine Mühe und gewann deutlich. Dabei konnte es sich Trainer Per Carlén leisten, fleißig durchzuwechseln, um seinen Stars nach dem 32:20 in der Champions League über St. Petersburg weitere Erholungsphasen zu gönnen. «Ich bin nicht ganz zufrieden mit dem Spiel, aber am Ende stehen wir mit zwei Punkten und neun Toren mehr als der Gegner da. Das ist dann auch nicht so schlecht», resümierte Nationalmannschafts-Kapitän Pascal Hens.

Die Gäste spielten im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut mit. Zwar wartet Hüttenberg weiter auf seinen ersten Bundesliga-Punktgewinn, doch Trainer Jan Gorr ist überzeugt: «Bei Gegnern, die mehr unserer Kragenweite entsprechen, werden wir mit so einer Leistung auch näher dran sein.»

Wie Hüttenberg ist auch Eintracht Hildesheim weiter ohne Punkt. Im fünften Saisonspiel mussten die Niedersachsen beim TuS N-Lübbecke eine 27:33 (10:17)-Niederlage hinnehmen.