THW Kiel - HSV Hamburg - Spitzenspiel - HSV besiegt Kiel und übernimmt Tabellenspitze - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Spitzenspiel

HSV besiegt Kiel und übernimmt Tabellenspitze

Pokalsieger HSV Hamburg hat das Prestige-Duell gegen Meister THW Kiel mit 26:25 (12:16) gewonnen und damit Titelkurs in der Handball-Bundesliga eingeschlagen.

Die Hamburger (22:2) setzten sich vor 13 296 Zuschauern in der ausverkauften O2-World Arena an die Spitze der Tabelle und verwiesen den THW (20:4) vorerst auf Rang zwei. «Oh, wie ist das schön», sangen die Zuschauer und standen auf den Sitzen. In einem dramatischen Finale erzielte Marcin Lijewski wenige Sekunden vor Schluss den umjubelten Siegtreffer.

Die Hamburger konnten mit dem Erfolg einen Heimfluch ablegen: Nach sechs Niederlagen und einem Unentschieden in den vergangenen sieben Jahren schafften sie erstmals wieder einen Heimsieg gegen den übermächtig erscheinenden Rivalen. Unter den Augen von Bundestrainer Heiner Brand waren Blazenko Lackovic und Lijewski mit je sechs Toren die besten HSV-Schützen. Bei den Kielern trafen Momir Ilic und Filip Jicha (je 7) am häufigsten.

Während die Kieler bereits 16 mal die Meisterschale gewonnen haben und damit den Rekord halten, wartet der HSV auf den ersten Bundesliga-Titelgewinn seiner Geschichte. Zuletzt hatte Champions-League-Sieger THW die Trophäe sechsmal in Serie gewonnen. In diesem Jahr sind die Hamburger nun mit einem Schritt vorn.

Mit einer starken Abwehr, die couragiert die Hamburger Angreifer abfing oder zu Fehlwürfen zwang, hatte Rekordmeister Kiel zunächst die Weichen auf Sieg gestellt. Auch ohne ihre herausragenden Distanzschützen Kim Andersson und Daniel Narcisse sowie den zuletzt überragenden Rechtsaußen Christian Zeitz, die wegen Verletzung fehlten, hielten die Kieler die Gastgeber lange Zeit in Schach. Doch in der Schlussphase ließ sich der Meister sich von der Hektik auf den Rängen anstecken und machten es spannend. Fünf Minuten vor Ende stand es unentschieden (25:25).

Bei den Hamburgern konnte HSV-Spielmacher Michael Kraus nicht die von ihm geforderten Akzente setzen. Nach starkem Beginn musste auch Nationaltorhüter Johannes Bitter dem Schweden Per Sandström Platz machen, kam aber in der zweiten Halbzeit zurück und glänzte mit einigen Paraden.

Der Meister präsentierte sich lange Zeit nervenstärker, behielt im Schlussspurt aber nicht die Übersicht. Den Vier-Tore- Rückstand zur Halbzeit verringerten die Gastgeber im zweiten Durchgang Zug um Zug und heizten damit die Stimmung auf den Rängen an. Im gesamten Spiel hatte der Pokalsieger lediglich einmal in Führung (10:9/19.) gelegen, der zweite Vorsprung war zugleich der Sieg.