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Der Rekordmeister geht am Stock

HSV enteilt dem THW Kiel

Der Hexenschuss von Filip Jicha war zu viel - ohne den Rückraumstar und etliche Verletzte verlor Kiel in der Bundesliga. Der HSV gewann und rangiert vier Punkte vor Kiel. Aber Vorsicht: In der Rückrunde muss der HSV noch gegen alle schweren Gegner auswärts ran.

Die Jubelschreie im Bus waren lauter als die in der Halle: Als die Profis des HSV Hamburg von der Niederlage des Bundesliga-Konkurrenten THW Kiel bei den Rhein-Neckar Löwen während ihrer beschwingten Rückfahrt nach dem Sieg beim VfL Gummersbach erfuhren, fühlten sie sich wie die doppelten Sieger. Die beschwerliche 400-Kilometer-Rückreise bei winterlichen Bedingungen wurde versüßt durch die Bilder vom 26:29 aus Mannheim, die sich der Tabellenführer per Laptop anschaute. «Wir sind froh über unseren Sieg. Die Meisterschaft bleibt unser Ziel», sagte HSV-Coach Martin Schwalb nach dem 33:29. Er weiß aber, dass in der Rückrunde die schweren Brocken auswärts warten.

Zwar sind die Hamburger (26:2) mit nun vier Punkten Vorsprung auf den THW noch nicht Herbstmeister - sie müssen vor Weihnachten immerhin noch zum Tabellenzweiten Füchse Berlin (23:3) und nach Lemgo. So groß wie in dieser Saison war die Chance auf den Titel aber noch nie - zumal der dezimierte Champions-League-Sieger schwächelt.

«Unsere Verletztenliste tut schon weh. Ich denke, wir konzentrieren uns jetzt auf das nächste Spiel. Das ist in Barcelona am Sonntag», sagte THW-Geschäftsführer Uli Derad nach der dritten Saison-Niederlage. Nun werde der Club von Spiel zu Spiel planen: «Und dann schauen wir mal am Ende der Saison, wo wir stehen.» Die Kieler schlichen bedröppelt vom Platz.

Während der Rekordmeister in den vergangenen Wochen sein Verletzungspech immer wieder durch die mannschaftliche Geschlossenheit und die Souveränität von Rückraum-Ass Filip Jicha wettmachen konnte, kam es diesmal knüppeldick. Der Tscheche fiel aus wegen eines Hexenschusses, zudem wurde der Einsatz von Rechtsaußen Christian Sprenger (Knöchelverletzung) nicht riskiert.

Und der neue Mann am Kreis, der Schwede Robert Arrhenius, der Marcus Ahlm (Mittelhandbruch) zumindest in der Abwehr in den nächsten Wochen ersetzen soll, war erst am Nachmittag eingeflogen und saß nur auf der Bank. So musste Christian Zeitz nur einen Monat nach seinem Bänderriss trotz Schmerzen auflaufen und wirkte an alter Wirkungsstätte völlig übermotiviert.

Die Rhein-Neckar Löwen machten dagegen in der SAP-Arena von Mannheim einen Freudentanz, denn nun hat auch das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson mit 21:7 Punkten als Vierter sogar noch Titelchancen. Der starke Torhüter Slawomir Szmal wurde am Rande der Partie von IHF-Präsident Hassan Moustafa als Welthandballer des Jahres 2009 geehrt. «Wir glauben wieder an uns», sagte der polnische Schlussmann.