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Titelrennen

HSV gewinnt das Nervenspiel

Das Nervenspiel im Titelrennen um die deutsche Handball-Krone geht in die nächste Runde. Spitzenreiter HSV Hamburg verspielte um ein Haar seine Neun-Tore-Führung (27:18) gegen den TBV Lemgo, erzielte durch Krzystof Lijewski fünf Sekunden vor Schluss aber den 32:31-Siegtreffer.

«Man darf das Spiel nicht an den letzten zehn Minuten festmachen», betonte HSV- Coach Martin Schwalb. «Wir haben 50 Minuten lang die Halle zum Kochen gebracht, und wir sind Menschen, keine Maschinen.» Mit dem Erfolg distanzierten die Hamburger (45:5 Punkte) erstmal ihren norddeutschen Verfolger THW Kiel (40:6). Die spielfreien «Zebras» haben aber mit zwei Nachholspielen die Chance, vor dem direkten Duell am 22. Mai auf einen Punkt zu verkürzen.

Auf dem Weg zur ersten deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte prüfte der HSV das Nervenkostüm seiner Anhängerschaft. «Am Ende hatten wir ein Schweine-Glück», gestand Rechtsaußen Hans Lindberg, der mit sechs Treffern wie Blazenko Lackovic erfolgreichste HSV-Schütze. Vor 13 171 Zuschauern in der ausverkauften Color-Line-Arena dominierten die Hanseaten den TBV, der Rekordmeister Kiel zuletzt die zweite Saisonniederlage zugefügt hatte, bis zehn Minuten vor Schluss. «Am Ende war es ein echter Krimi», sagte Lemgos Trainer Volker Mudrow, der mit dem Schiedsrichtergespann haderte: «Sie haben 59 Minuten gut, die entscheidende Minute aber schlecht gepfiffen.»

Streitpunkt war Lijewskis Siegtreffer. «Die korrekte Entscheidung wäre gewesen: Ausgleich für uns, Time-Out, Zeitstrafe gegen Hamburg und keine schnelle Mitte», erklärte Mudrow. Ein HSV-Akteur soll sich in der Lemgoer Hälfte befunden haben und TBV-Rechtsaußen Florian Kehrmann auf dem Weg zum 31:31 durch Jens Bechtloff gefoult worden sein. «Ich gratuliere dem HSV zum Sieg, so kann man Meister werden», kommentierte Mudrow die zuvor perfekte Vorstellung der Hamburger. «Man muss schon viele Fehler gleichzeitig machen, um eine Neun-Tore- Führung noch zu verspielen», analysierte HSV-Coach Martin Schwalb.

Ein ähnlicher Zittersieg gelang Frisch Auf Göppingen mit dem 36:34 beim TuS Nettelstedt-Lübbecke. «20 Gegentore in Halbzeit eins und 14 Gegentore nach der Pause, das spricht Bände», sagte FA-Trainer Velimir Petkovic zur notwendigen Abwehrsteigerung. Mit acht Treffern abermals erfolgreichster Schütze der Göppinger warf Lars Kaufmann sein Team auf Rang drei des Klassements (37:11). HBW Balingen- Weilstetten kam gegen Schlusslicht GWD Minden zu einem 29:21-Erfolg. «Ich bin enttäuscht, dass wir nicht so viel Herz gezeigt haben wie Balingen», sagte GWD-Sportdirektor Frank von Behren. Die MT Melsungen bezwang den TSV Dormagen mit 36:31. Bereits am Freitag siegten die Füchse Berlin bei der HSG Düsseldorf mit 29:22. Die Magdeburg Gladiators zogen beim 19:21 den Kürzeren bei der HSG Wetzlar.