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EHF Champions League

HSV in Europa unbefleckt - Rudolph: «Wir sind gesund»

Präsidenten-Rückkehrer Andreas Rudolph konnte seine unübersehbare Nervosität am Spielfeldrand der Hamburger Arena erst in den letzten Minuten abschütteln. Dann stand fest: Sein HSV Hamburg lässt in der Handball-Champions-League nichts anbrennen.

Nach dem 32:27 gegen den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt steuert der Titelverteidiger in Gruppe D mit 10:0 Punkten den Sieg in der Vorrunde an. «Nicht so eilig!», meinte dagegen Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke. «Wir sehen noch nicht, dass der HSV als Gruppensieger feststeht. Jetzt haben wir erst mal das Rückspiel.»

Am Donnerstag empfangen die Schleswig-Holsteiner den HSV in der heimischen «Hölle Nord». Dann haben beide Rivalen vermutlich die Nase voneinander voll. Denn drei Spiele binnen zwölf Tagen gegen denselben Gegner haben einen begrenzten Spaßfaktor. Eine Woche zuvor hatte die SG die Bundesliga-Partie gegen den HSV (31:29) gewonnen.

Es war Rudolphs erstes Live-Spiel nach langer Zeit, wie er bekannte. «Ich habe ein bisschen was vermisst in den letzten zwei Jahren», gestand der 58 Jahre alte Unternehmer, der das Amt von seinem drei Jahre jüngeren Bruder Matthias übernommen hat. Bis Ende Juni 2015 will er den Verein, dem er von 2005 bis 2011 bereits vorstand, führen. «Es ist schön, dass wir ihm seine Rückkehr mit einem Sieg versüßen konnten», meinte Trainer Martin Schwalb. Rudolph ließ sich nicht lumpen und kündigte an: «Ich gehe heute mit der Mannschaft essen.» Dass der Millionär die Chose bezahlt, stand außer Frage.

Was er noch alles bezahlen wird in den nächsten Monaten, ließ er offen. «Der HSV ist voll auf Kurs. Es wird keinen Kurswechsel geben. Wir sind in keiner Sanierungsphase. Wir sind wirtschaftlich gesund», behauptete der Chef. Kritiker monieren, ohne Rudolph-Millionen wäre es zappenduster beim HSV. Seine Gesundheits-GmbH Deutschland, ein Therapie- und Dienstleistungsunternehmen, ist Hauptsponsor des HSV. 20 bis 25 Millionen Euro soll der Mäzen bereits in den HSV gepumpt haben. «Der HSV ist nicht abhängig von meinem Geld», beteuerte der Präsident. Von einem Darlehen, das er dem Verein wegen zuletzt säumiger Gehaltszahlungen gewährt haben soll, wollte er nichts wissen. «Das ist absoluter Unsinn.»

Überrascht hat auch Rudolphs Ankündigung, dass der mit 19 Profis größte und teuerste Kader der Bundesliga nicht reduziert werden soll. «Verletzungen können schnell kommen, da brauchen wir Alternativen», sagte Rudolph. Im übrigen müsse das der Trainer entscheiden.