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HSV muss für den Erfolg hart arbeiten

Auf die erste Halbzeit des Fußball-Pokalfinales aus Berlin konnten die 3000 Zuschauer in der Lübbecker Merkur-Arena ruhig verzichten. Die erlebten auch beim Handball einen gelungenen, äußerst unterhaltsamen Abend. Denn so muss Spitzensport sein: Ein Duell auf gutem Niveau, bei dem sich zwei engagierte Teams keinen Zentimeter schenkten und mit Spannung bis eineinhalb Minuten vor Schluss. So sehr die Hausherren aus Nettelstedt auch zum sehr passablen Event beitrugen, so verdient war doch der doppelte Punktgewinn für den Meisterschaftskandidaten aus Hamburg.

Den besseren Start hatte die TuS-Mannschaft: Mit dem Gefühl des seit wenigen Tagen 100 Prozent feststehenden Klassenerhalts im Rücken legten Niemeyer und Co. los wie die Feuerwehr. Über 3:1 (5. Minute) und 5:3 (8.) verschafften sich die Liljestrand-Schützlinge rasch den nötigen Respekt beim HSV. Mit viel Tempo und zahlreichen Treffern im Gegenstoß oder zumindest über die zweite und dritte Welle waren die Gäste bald wieder auf der Höhe und gingen nach 14 Spielminuten auch erstmals in Führung. Ganz stark auf Nettelstedter Seite war in dieser Phase TuS-Keeper Nikola Blazicko, der gleich drei "Hundertprozentige" von HSV-Angreifern in Weltklasse-Manier unschädlich machte. Leider - aus Sicht der "Rot-Schwarzen" - flachte die Bla zicko-Leistung im weiteren Verlauf des Spiels allerdings ab.

Der HSV zeigte von der 10. bis 30. Minute eine überzeugende Leistung. Folgerichtig blieben die Hamburger nun stets zwei bis vier Tore in Front - ein Torabstand, der sich bis zur 60. Spielminute fortsetzen sollte. Die Gäste kombinierten schnell und geschickt, fanden immer wieder die Lücken in der TuS-Abwehr. Hinzu kam, dass auch die Bank des Meisterschaftsaspiranten vom Feinsten besetzt ist. So lief Pascal Hens erst zu Beginn des zweiten Durchgangs aufs Feld. Das ausgeruhte Rückraum-Ass setzte alsdann zahlreiche Akzente und die Schwalb-Schützlinge hielten den Gegner sicher auf Distanz.

Und doch war es das vor allem von Coach Martin Schwalb prophezeite schwere Spiel für den Tabellenführer. Denn vorentscheidend abschütteln ließen sich die Lübbecker zu keinem Moment. Das ist umso bemerkenswerter, weil der Aufsteiger auf seine Rückraum-Spieler Alexandros Alvanos (schon seit dem 9. März) und Michal Jurecki (Verletzung aus dem Gastspiel in Kiel) verzichten musste. Nicht zuletzt der Ex-Hamburger Arne Niemeyer, mit sechs seiner acht Treffer nach der Pause, hielt die Gastgeber im Spiel. Erst eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene - bei drei Treffern Vorsprung und Ballbesitz - hellte sich Martin Schwalbs Miene auf und der HSV-Trainer konnte die Spieler auf seiner Bank, das Betreuerteam und den Sportlichen Leiter Christian Fitzek abklatschen.