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Nach dem Gipfeltreffen

HSV-Präsident bläst zum nächsten Angriff

25 Meter - mehr lagen am Sonnabend nach dem Abpfiff der Bundesliga-Spitzenbegegnung nicht zwischen einer Party-Meile und einer Friedhofs-Atmosphäre. Während im Gang vor der Kabine des THW Kiel sich die Spieler und Verantwortlichen jubelnd in die Arme fielen und den 33:31-Erfolg beklatschten, herrschte im Lager des HSV Hamburg eisiges Schweigen. Eine halbe Stunde versteckte sich die Mannschaft vor der Öffentlichkeit, hatte keinen Elan, die Autogrammwünsche der wartenden Fans zu erfüllen. Die Enttäuschung saß zu tief. Die Hanseaten liegen zwar nur einen Zähler hinter den "Zebras", doch die Meisterschaft ist seit Sonnabend kein Thema mehr. "Da mache ich mir keine Illusionen", sagte Pascal Hens. "Der THW ist so gut drauf, der lässt sich das nicht mehr nehmen."

Die "Zebras" feierten den Sieg gegen den Rivalen -- aber noch nicht die Meisterschaft. "Diesen Tag genießen wir und wollen nicht in die Ferne schweifen", sagte THW-Linksaußen Dominik Klein. "Ich nehme noch keine Glückwünsche an, auch wenn vielleicht einige über uns Restprogramm schmunzeln mögen." Nicht so sein Trainer. "Meister sind wir noch lange nicht", sagte Alfred Gislason. "Das Heimspiel gegen Balingen ist unmittelbar nach dem Final4 der Champions League, unbestritten ein Saison-Highlight, keine leichte Aufgabe und ein Auswärtsspiel in Großwallstadt immer schwer."

Zufrieden mit dem Auftreten seiner Truppe durfte er aber sein. Und das war Alfred Gislason auch. "Ich bin stolz auf mein Team", sagte er. "In den entscheidenden Phasen hat es die Nerven behalten." Sein Gegenüber Martin Schwalb hatte Defizite in seiner Deckung ausgemacht, die zu viele "einfache Würfe" zugelassen habe. Der Kieler Rückraum mit seinen Stars Daniel Narcisse und Filip Jicha erzielte zusammen 22 Feldtore. Besonders viele Komplimente erntete Christian Zeitz, der in der Schlussphase häufiger zur Stelle war. "Die ganze Mannschaft hat heute überragend gespielt und ihre beste Saisonleistung gezeigt", meinte der deutsche Ex-Nationalspieler.

Letztendlich wurde dieses große Handball-Spiel vor der imposanten Kulisse von 13296 Zuschauern in den Köpfen entschieden. Die erfolgsverwöhnten Kieler, die vor dem sechsten Meistertitel in Serie stehen, wirkten abgebrühter. Die vermeintliche Bedeutung dieser Partie schien an ihnen abzuperlen. "Wer den Druck hatte oder nicht, war uns nicht so wichtig - wir wollen die Meisterschaft gewinnen", sagte THW-Kapitän Marcus Ahlm. Anders der HSV. Das große Ziel, nach den zweiten Plätzen von 2007 und 2009 endlich an die erste Position zu springen, schien die Akteure ein wenig zu lähmen. Auffällig: Die Hausherren gingen trotz der Lautstärke ihrer Fans nie in Führung. "Der absolute Wille war bei uns vorhanden, aber vielleicht hat gerade der uns blockiert", mutmaßt HSV-Allrounder Matthias Flohr.

Nachdem die erste Enttäuschung überwunden war, zogen die Hanseaten eine ermutigende Saisonbilanz. "Vor einem Jahr lagen wir noch 13 Punkte hinter dem THW Kiel, nun lieferten wir uns bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen und sind Pokalsieger", fasste Martin Schwalb zusammen. Und Matthias Flohr ergänzte: "Wir haben mit dem DHB-Pokal immerhin einen Titel gewonnen. Es gibt 100.000 Mannschaften, die das nicht behaupten können." Präsident Andreas Rudolph gab sich kämpferisch und blies bereits zum nächsten Angriff auf den THW - nach der Sommerpause. "Wir werden die gleiche Mannschaft am Start haben, alle Spieler besitzen einen Vertrag für die nächste Saison", sagte er. Ein Status Quo - das wären ganze neue Gepflogenheiten beim HSV. Und Zweifel sind wohl auch angebracht. Andreas Rudolph sagte nämlich auch: "Wir spielen den technisch schöneren Handball, wir besitzen aber nicht diese körperliche individuelle Stärke wie der THW." Eine Erkenntnis, aus der sich weitere Transfers ergeben könnten.

 

KOMMENTARE

TOMMY, 26.05.10, 21:18 Uhr
Danke THW Kiel ! Glückwunsch von einem Frischauf Fan ! mehr »
Welke, 25.05.10, 16:26 Uhr
n kann sich fragen, ob der Kieler Trainer der bessere Taktiker und Motivator ist, denn augenscheinlich war das die mehr »
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