Rhein-Neckar Löwen - Interview mit Michael Müller (Rhein-Neckar Löwen) - "Ich hatte mir mehr erhofft" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit Michael Müller (Rhein-Neckar Löwen)

"Ich hatte mir mehr erhofft"

Die Spielzeit 2012/13 wirft bereits ihre Schatten voraus, auch wenn die aktuelle Saison gerade zur Hälfte absolviert ist - das ist auch bei den Rhein-Neckar Löwen der Fall. Einige Neuzugänge stehen fest und auch der Abgang von Michael Müller ist in trockenen Tüchern. Nach drei Jahren bei den Badenern sucht der 27-Jährige im Sommer eine neue Herausforderung und hat einen Zwei-Jahres-Vertrag bei der HSG Wetzlar unterschrieben. Der Linkshänder will bei den Hessen zu alter Form zurückfinden und die Rolle einnehmen, die ihm bei den Löwen verwehrt blieb.

Nach drei Jahren schließt das Kapitel Rhein-Neckar Löwen im kommenden Juni. Was sind die Gründe für diesen Schritt?

Michael Müller: Eine Komponente ist sicher, dass ich in Wetzlar die Möglichkeit habe, wieder mit meinem Zwillingsbruder zusammen zu spielen. Das ist eine schöne Sache, aber auschlaggebend war für mich die Perspektive, in einer jungen Mannschaft in eine verantwortungsvolle Rolle schlüpfen zu können. Ich möchte künftig wieder mehr Spielzeit in der Abwehr und im Angriff haben. Mein Wunsch ist, so zu alter Stärke zurückzufinden.

Die Zukunft für Sie ist jetzt geklärt, sorgt das für Erleichterung?

Es ist immer schwierig, wenn man nicht genau weiß, was im nächsten Jahr ist. Deshalb freue ich mich über die geklärten Verhältnisse. Ich bin jetzt ein Stück weit befreit und kann mich voll auf die Gegenwart konzentrieren.

Wie fällt Ihr persönliches Zwischenfazit nach zweieinhalb Jahren bei den Löwen aus?

Positiv wie auch negativ. Bitter war natürlich, dass ich in der zweiten Saison fast ein Jahr lang verletzt war, aber auf der anderen Seite hatte ich auch viele tolle Momente. Ich habe Champions League gespielt und war sogar beim Final Four der Champions League dabei. Andererseits hatte ich mir mehr Spielanteile erhofft, das hatte ich mir anders vorgestellt. Unter dem Strich konnte ich nie an meine Form anknüpfen, die ich noch in Großwallstadt hatte.

Welche Ziele haben Sie sich für die letzten Monate bei den Löwen gesteckt?

Ich will weiter darum kämpfen, so viele Spielanteile wie möglich zu erhalten und meine Stärken einbringen, damit ich zum Erfolg der Mannschaft beitragen kann. Ich werde weiterhin Gas geben.

In dieser Woche spielten sie wegen der Erkrankung von Krzysztof Lijewski im Pokalkrimi gegen den HSV Hamburg durch. Wie groß war die Enttäuschung nach dem Scheitern?

Natürlich sehr groß, die Art und Weise, wie wir verloren haben, war frustrierend. Das Final Four in Hamburg war unser großes Ziel, das haben wir jetzt verpasst. Aber wir hatten nicht viel Zeit, um Trübsal zu blasen.