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Im Hause Brack kehrt jetzt wieder Normalität ein

>Als war das Auftaktspiel der TSV Hannover-Burgdorf mit dem direkten Duell gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf nicht schon Emotion genug. Für zwei mittelbar beteiligte Personen gab es noch eine Prise Brisanz obendrauf. Daniel Brack, neuer Spielmacher des Neulings aus Niedersachsen, trug in der letzten Saison noch das Trikot des Gegners HBW Balingen-Weilstetten. Doch nicht nur das, Cheftrainer beim Gast aus Baden-Württemberg ist mit Dr. Rolf Brack kein Geringerer als sein Vater. "Das ist schon eine verrückte Situation. Gleich am ersten Spieltag gegen meinen alten Club, wo auch noch mein Vater an der Linie steht. Man könnte geneigt sein zu meinen, dass da jemand seine Finger im Spiel hatte", schmunzelte die schwäbische Frohnatur schon im Vorfeld.

Klar gab es Kontakte zu ehemaligen Mitspielern, zu Freunden und zur Familie ("Das wollte die Mama ja schon so"), doch am Sonntag "habe ich versucht, das für 60 Minuten auszublenden und mein Programm abzuspulen. Ich denke, es ist mir auch ganz gut gelungen."

Einen spielerischen Leckerbissen erwartete der 28-jährige Regisseur übrigens nicht und sollte Recht behalten. Es wurde eher Handball gekämpft, "auch weil beide Teams um die Wichtigkeit der Partie wussten", glaubt Daniel Brack. Auch Vater Dr. Rolf Brack zeigte sich von dem ersten familiären Aufeinandertreffen im sportlichen Wettkampf emotional berührt: "Wir hatten vor zwei, drei Wochen ausgemacht, dass wir vorher über dieses Spiel überhaupt nicht sprechen."

Der Balinger Chefcoach stellte seinem Sohn auch ein gutes Zeugnis aus: "Daniel war in der Spielsteuerung schon dominant. Das hat er absolut ordentlich gemacht." Sein Trainer Frank Carstens sah es ähnlich: "Seine Spielsteuerung war gut, aber im individuellen Abschluss muss er noch mehr Geduld aufbringen." Vater Brack war natürlich auch bewusst, "dass Daniel alles, was er von uns wusste, an seine neue Mannschaft weiter getragen hat. Aber ich habe mir auch etwas einfallen lassen, um ihm bestimmte Stärken nehmen zu können. Und ich denke, es ist ganz gut gelungen."
Familientreffen der besonderen Art