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Jan-Olaf Immel ist der älteste Feldspieler der Liga

Immels Rezeptbuch

Profi-Sportler, die sich in der Mitte zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr befinden, werden oft und gerne als Oldie oder Dino bezeichnet. Bei Jan-Olaf Immel, der im März 34 Jahre alt geworden ist, passt allenfalls Dino - aber nur, wenn man auf die imposante Statur des 2,03 Meter großen Rückraumspielers anspielt.

"Eike", wie der Neuzugang des DHC Rheinland seit Urzeiten genannt wird, kommt alles andere als ein Oldie oder irgendwie gesetzt rüber - eher wie eine junggebliebene Frohnatur, womit er ja wunderbar ins Rheinland zu passen scheint.

Dennoch hat Immel etwas von einem Oldie und einem Dinosaurier - immerhin ist er, nach zwei Jahren in der zweiten Liga Süd bei der TSG Münster, durch seine Engagement beim DHC Rheinland zum ältesten deutschen Feldspieler der Liga aufgestiegen.


Lob für Dormagen

Wenn der gebürtige Wiesbadener in Dormagen über die traumhafte Sportanlage des TSV Bayer in Richtung Arena zum Training trabt, fällt der Handballer zwischen Hobbysportlern und Leichtathletiknachwuchs durch seine hünenhafte Statur direkt auf. Bei Leichtathletik-Trainer Thorsten Ribbecke, der auch die DHC-Profis fit macht, holt sich der Ex-Wallauer dann auf der Laufbahn noch ein paar Instruktionen bevor es zum Mannschaftstraining geht.

"Dass ich mich derzeit so fit fühle, hat auch mit Thorsten zu tun. Dieses professionelle Athletik-Training hatte ich bisher nur bei der Nationalmannschaft. Hier in Dormagen kann ich zudem den Physiotherapeuten voll nutzen. Zudem habe ich eine Art "Rezeptbuch" für meinen Körper - ich weiß mittlerweile genau, was ich brauche, um in guter Form zu sein", erklärt der 105-malige Nationalspieler und lobt die Bedingungen bei seinem neuen Club.

Der Diplom-Sportlehrer, der in Wiesbaden auf Basis einer halben Trainer/Lehrer-Stelle an einem Gymnasium talentierte Handballer fördert, ist mit seinem Engagement beim DHC seiner Lebensgeschichte auf eine gewisse Art treu geblieben. "Die erste Liga hatte ich im Kopf eigentlich schon abgehakt. Damit konnte ich nicht mehr rechnen, deshalb ist das jetzt eine tolle Sache für mich. Aber es passt zu mir als Spätentwickler", schmunzelt der zweifache Familienvater in Anspielung auf seinen relativ spätes Debüt in der stärksten Liga der Welt.

Nachdem er in seiner Geburtsstadt beim TuS Dotzheim zum Handball kam, führte ihn der Weg auch erst spät zur SG Wallau-Massenheim. Zu Zeiten des legendären und vor wenigen Wochen verstorbenen Trainers Velimir Kljaic bekam er dort aber keine Chance und fand sich in der zweiten Mannschaft wieder. Erst als Martin Schwalb den Trainerjob bei den Hessen übernahm, kam die Karriere des damaligen 23 Jahre alten Sportstudenten in Schwung. "Im Januar 1999 durfte ich im Derby beim TV Großwallstadt endlich ran. Danach ging es rasant weiter", erinnert sich Immel, der bereits im selben Jahr sein Debüt im DHB-Team feiern konnte. In der Nationalmannschaft wurde Immel dann später zu einer festen Größe, wurde 2003 Vize-Weltmeister und feierte ein Jahr später 2004 den Gewinn der Europameisterschaft. In der Bundesliga ist Jan-Olaf Immel jetzt einer von acht Spielern dieser Goldenen Generation, die noch in der ersten Liga aktiv sind.


Locker bleiben

In Dormagen wartet auf den Goldmedaillengewinner von 2004 nun erstmals Erstliga-Abstiegskampf. "Das war von Beginn an klar. Ich wäre aber auch zum DHC gekommen, wenn die Jungs die Relegation gegen Emsdetten nicht geschafft hätten. In meinem ersten Jahr in Münster standen wir auch unten drin, haben uns aber dann unter Coach Hans-Josef Embs mit einer grandiosen Rückrunde retten können", so Immel, der glaubt: "Wir müssen unser Underdog-Feeling nutzen und die Lockerheit behalten. Das hat schon seinen Reiz. Mir ist gemeinsam mit dem Team nicht bange vor dieser Aufgabe."