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In Minden gibt es keinen Plan B

Eine turbulente Woche liegt hinter GWD Minden. Nach dem Debakel gegen Düsseldorf war es nur eine Frage der Zeit, wann Trainer Richard Ratka nach viereinhalb Jahren Amtszeit abgelöst wurde. "So leid es mir persönlich tut, aber wir mussten es machen", berichtete GWD-Manager Horst Bredemeier, "schon alleine, um Richard zu schützen."

Die viereinhalb Jahre, die Ratka an der Weser verbrachte, sind die längste Amtszeit, die ein GWD-Trainer zu Bundesligazeiten in Minden absolvierte. Nach vier direkten Klassenerhalten verließ den Trainer in dieser Saison das Glück: Eine schon fast unheimliche Verletzungsserie ließ den Traditionsverein bis ans Ende der Bundesliga rutschen. Dass die Verantwortlichen nun handelten, dürfte weniger damit zu tun haben, dass sie den Trainer für die Misere verantwortlich machen. Wahrscheinlich will man sich im nicht unwahrscheinlichen Falle des Abstiegs nicht vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben. Vor dem Hamburg-Spiel hatten Bredemeier und Frank von Behren sich die Trainings-Arbeit geteilt. Im Spiel gab dann von Behren sein Debüt als verantwortlicher Mann an der Seitenlinie. Nach der Partie versprach er: "Wir werden alles tun, um den Relegationsplatz noch zu erreichen. Egal, in welcher personellen Konstellation."

Nach der Ratka-Entlassung wurde rasch klar, dass ein echter Plan B für diesen Fall offenbar nicht vorlag. Eine Anfrage beim weiterhin in Minden wohnenden Jörn-Uwe Lommel brachte eine Absage, weil dieser beim ägyptischen Verband unter Vertrag steht. Am Sonntag wurde in der Mindener der international renommierte Schwede Ulf Schevfert in der Mindener Kampa-Halle gesichtet. Dieser hatte eins beim griechischen Handball-Verband Pionier-Arbeit geleistet. Sämtliche Griechen, die heute in der Bundesliga spielen, gingen einst durch seine Hände. Weitere Stationen waren unter anderem die schwedische Frauen-Nationalmannschaft und GOG Gudme Svendborg in Dänemark. In dieser Woche soll eine Entscheidung über diese Personalie fallen. GWD Minden