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Ist Düsseldorf zu schwach für die Liga?

Bezeichnend für die Leistung der HSG Düsseldorf beim Namensvetter aus Wetzlar war die Szene kurz vor der Pause: Drei Sekunden waren noch zu spielen, als Wetzlars Torwart Vladan Krasavac nach einer Auszeit der Gastgeber den Ball kurz hinter der Neun-Meter-Raum-Markierung stehend zu Sven-Sören Christophersen passte. Obwohl der Nationalspieler der wurfgewaltigste Wetzlarer Akteur ist und zu diesem Zeitpunkt das Leder schon sieben Mal im Tor der Gäste versenkt hatte, durfte "Smöre" den Ball unbedrängt annehmen. Christophersen machte dann noch zwei Schritte nach vorne und beförderte das Spielgerät mit einem Stemmwurf aus 19 Metern, einen Meter hinter der Mittellinie stehend, Richtung Düsseldorfer Tor. Hier schlug das Leder mit der Halbzeitsirene, nachdem es zuvor noch Gästekeeper Almantas Savonis durch die Beine gerutscht war, zum 15:11 ein.

Nicht einmal die Tatsache, dass den Wetzlarern neben dem gesperrten Abwehrchef Giorgios Chalkidis mit den Rückraumspielern Alois Mraz (Bauchmuskelzerrung) und Daniel Valo (Muskelfaserriss in der Wade) weitere wichtige Kräfte fehlten, konnten die schwachen Gäste ausnutzen. "Was meine Mannschaft abgeliefert hat, war aller Ehren wert", freute sich HSG-Trainer Michael Roth, dass sein fast ständig führendes Team unter den Augen vom derzeit pausierenden Ex-Spielmacher Nebosja Golic auch nach dem 20:20-Ausgleich der Gäste durch Marcel Wernicke (42.) "nicht eingeknickt ist."


Salzer in der Verantwortung

Hatte bis dahin aus dem Rückraum nur Christophersen getroffen, übernahm nun Spielmacher Timo Salzer Verantwortung und erzielte seine vier Treffer ab der 44. innerhalb von zwölf Minuten, bevor Christophersen mit seinem 10. Tor nach 57 Minuten zum 31:26 für die Entscheidung sorgte. Freuen konnte sich Roth auch über die Leistungssteigerung von Rechtsaußen Avishay Smoler und den starken Auftritt von Linksaußen Michael Allendorf, so er davon ausgeht, dass sich die HSG mit diesem Sieg aus dem Kampf gegen den Abstieg verabschiedet hat.