THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt - Flensburgs Geschäftsführer attackiert den Liga-Verband - Kaiser kritisiert "Kirchturmpolitik" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Flensburgs Geschäftsführer attackiert den Liga-Verband

Kaiser kritisiert "Kirchturmpolitik"

Holger Kaiser von der SG Flensburg-Handewitt hat der Führung der Handball-Bundesliga "Kirchturmpolitik" vorgeworfen.

Der SG-Geschäftsführer sagte den 'Kieler Nachrichten' mit Blick auf die Aufarbeitung der unbewiesenen Manipulationsaffäre: "Wie der Verband, besonders Präsident Reiner Witte, sich damals verhalten hat, war an Unwilligkeit nicht zu überbieten. Diese Kirchturmpolitik wird noch immer betrieben." Kaiser berichtete, er habe im Frühjahr bei Bekanntwerden der Vorwürfe die Verbands-Funktionäre gebeten, "dass wir uns sofort mit allen Geschäftsführern der Vereine treffen, um ein Krisenmanagement zu erarbeiten. Das wurde abgelehnt."

Unschuldsvermutung gilt

Die Flensburger wollen derzeit keine zivilrechtlichen Schritte wegen des angeblich manipulierten Champions-League-Finales 2007, in dem sie dem THW Kiel unterlagen, einleiten. "Zunächst einmal gilt die Unschuldsvermutung", sagte Kaiser. "Alles andere wird sich erst entscheiden, wenn wir die Akten eingesehen haben."

Dem THW Kiel wird vorgeworfen, Spiele der Champions League durch Schiedsrichterbestechung manipuliert zu haben. Uwe Schwenker, ehemaliger Manager des Vereins, und Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic bestreiten das. Der Verbleib von 152.000 Euro aus der Vereinskasse erklärte Schwenker mit dem Aufbau eines Informationsnetzwerkes für Spielertransfers. Zudem soll Serdarusic 60.000 Euro als Darlehen erhalten haben. Den Betrag abzüglich ihm zustehender Prämien habe der frühere THW-Trainer kürzlich zurückgezahlt.