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HBW wartet auf die Rückkehr von Hojc und Schlinger

Keine Neuverpflichtungen

Viele Verletzte, viele Reisen, aber keine Neuverpflichtungen: "Wir gehen mit diesem Kader in die Saison", erklärte Balingens Geschäftsführer Benjamin Chatton bereits vor dem Auftaktspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Chatton durfte sich nach der starken Leistung der Schwaben im baden-württembergischen Derby bestätigt fühlen. Die Balinger werden auch weiterhin Spieler ins Probetraining einladen, doch einen raschen Transfer schließt der HBW-Boss "zum jetzigen Zeitpunkt kategorisch aus. Ich kann allerdings nicht sagen, was in zwei Wochen ist."

De facto hofft die Sportliche Leitung vorrangig auf ein Comeback von Mare Hojc. "Er arbeitet hart dafür", betont Chatton, doch auch er weiß um die Bedenken von Trainer Dr. Rolf Brack. Der österreichische Nationalspieler kann nach seiner Schulter-OP noch nicht richtig werfen. Weiterhin muss der Sportwissenschaftler - nach der erneuten Verletzung von Felix König (Adduktorenanriss, d. Red.) - daher mit nur einem nominellen Mittelmann auskommen. Eine riskante Geschichte. Das wissen auch die Protagonisten neben der Platte, "doch der Markt gibt nicht mehr allzu viel her", gibt Geschäftsführer Chatton zu bedenken. Und nicht nur das: Auf der rechten Halbposition klafft hinter Felix Lobedank eine Riesenlücke. Nicht, dass Vlatko Mitkov die Klasse fehlt. Nein, er kann seine Trainingsleistungen im Spiel einfach nicht umsetzen. "Da wollen wir uns alle Optionen offen halten", nimmt Chatton den Gesprächsfaden wieder auf und ergänzt: "Nach dem guten Einstand von Johan Boisedu besteht kein akuter Handlungsbedarf im Rückraum - und auch Roland Schlinger ist nicht ewig verletzt. . ."


"Keine Klasse"

Doch Balingens Problem im Rückraum und vor allem aus der Distanz ist deutlich zu sehen. Nicht erst seit der Niederlage in Gummersbach, wo nach der Pause sehr wenig kam aus der zweiten Reihe. "Keine Klasse", hadert Brack, der im Kellerduell gegen die TSG Friesenheim "mehr Qualität" von seinen Distanzschützen einforderte. Doch auch gegen die "Eulen", mit dem starken Innenblock Pevnov/Dietrich, tat sich der HBW sehr schwer, kompensierte die offensive Deckung gegen Lobedank jedoch mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Dennoch: "Wir haben große Probleme auf der linke Halbposition. Da stimmen die Abläufe einfach nicht", räumt der 56-Jährigen unumwunden ein. Und so war er am Ende mit einem Zähler gegen die Pfälzer zufrieden, schließlich hat seine Mannschaft einen klassischen Fehlstart mit 0:10 Punkten verhindert.

Jetzt wird es aber für die Württemberger richtig schwer. Nach dem Duell mit dem Aufsteiger geht es zum Rekordmeister THW Kiel in den Norden. Aufgrund der Champions League-Verpflichtungen der Zebras sind die Balinger bereits am Mittwochabend beim Meister gefordert. Nur drei Tage später müssen die Süddeutschen beim TBV Lemgo ran. Da lohnt sich nicht einmal die Heimfahrt. Zunächst geht es Mitte September via Flieger von Stuttgart nach Hamburg - und dann mit dem Bus weiter nach Schleswig-Holstein. Nach dem Spiel in Kiel reist der HBW-Tross zurück in die Hansestadt. "Dort ist eine Übernachtung geplant", verrät Chatton, "ehe wir am nächsten Morgen nach Minden fahren." Vor dem Lemgo-Spiel beziehen die Schwaben an der Weser Quartier. "Neben dem Hotel ist die Sporthalle", sagt der 29-Jährige, "das bietet sich an."


Hauch von Europapokal

Die Sportliche Leitung wollte die Reisestrapazen eben so gering wie möglich halten, schließlich wird die zweite Runde im DHB-Pokal am 21. September gespielt. Dann geht es wieder gegen den VfL Gummersbach - allerdings in eigener Halle. "Ein Hauch von Europapokal", so Chatton weiter, "mit Hin- und Rückspiel." Nur gut, dass nach der 24:32-Niederlage in der Liga die Tordifferenz nicht entscheidend ist.