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THW Kiel steht vor zwei schweren Aufgaben

Klagen auf höchstem Niveau

Der Spielberichtsbogen war komplett gefüllt, an der Auswechselbank herrschte reger Betrieb. Und dann fertigte der THW Kiel den Dritten der spanischen Meisterschaft Ademar Leon fast beiläufig mit 38:28 ab.
Dennoch bemerkte Kiels Coach Alfred Gislason nach der Champions-League-Partie, dass er "die Europameisterschaft endlich abhaken" wolle und zählte einige "Folge-Probleme" auf: Kim Andersson (Adduktoren-Probleme), Aron Palmarsson (Reizung im Knie), Momir Ilic ("sehr müde") und Filip Jicha (Fußgelenk), meinte der Isländer, wären noch nicht in ihrer alten Verfassung. Seine Sorgen drehten sich nicht um verletzte, sondern generell spielfähige Akteure. Dem Beobachter wurde einmal mehr deutlich: In Kiel spielt man nicht nur, man klagt auch auf höchstem Niveau.

Die "Zebras" sind in dieser Spielzeit das unbestrittene Nonplusultra des deutschen Vereinshandballs. Ihre Bilanz liest sich wie die eines Boxers,der von einem K.o.-Sieg zum nächsten eilt. Von 32 Pflichtspielen wurden 30 gewonnen, nur gegen Montpellier gab es eine überraschende Heimniederlage. In der Bundesliga ist das Konto selbst nach 20 Runden - das ist ein Liga-Allzeitrekord - noch unbefleckt. Da löst auch das für Mittwoch (19.30 Uhr) angesetzte Gastspiel der Rhein-Neckar Löwen keine Ängste aus. Und das obwohl die Badener vor gut zehn Monaten in Kiel gewannen und als einziger Club in den letzten acht Jahren alle vier möglichen Zähler in einer Saison gegen den THW einsackten. "Ach ja, da war etwas", ist THW-Kapitän Marcus Ahlm nur zu entlocken. Misserfolge verdrängt man an der Ostsee.

Stimmungsgeladen wird die Partie am Mittwoch dennoch sein. Auch nach dem Ausscheiden des Mäzens Jesper Nielsen und dem Ende des "Kieler Handball-Prozesses", den - so zumindest die Überzeugung der THW-Fans -
die Löwen einst mit ihren Handlungen und Aussagen mitbefeuerten, gehören die Badener nicht zu den "Lieblingsclubs" in Kiel. "Das wird wie immer ein heißes Spiel", glaubt Filip Jicha. "Nach den schweren Aufgaben gegen Mannheim und am Sonntag in Kopenhagen können wir beantworten, ob wir wieder unseren Rhythmus gefunden haben." Dann könnte auch Alfred Gislason die EM abhaken. Zunächst hat er für Mittwoch nur einen Wunsch: "So eine Leistung wie gegen Leon."