SG Flensburg-Handewitt - Im Gespräch - Klare Worte von Torge Johannsen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Im Gespräch

Klare Worte von Torge Johannsen

Bereits auf dem Weg zur Bühne musste Torge Johannsen zahlreiche Autogramme schreiben. Die Husumer kennen eben Torge Johannsen, den einzigen Nordfriesen im Team der SG Flensburg-Handewitt. Und so waren es über 1 000 Zuhörer, die im Rahmen der Husumer Hafentage den Bundesligaspieler im Gespräch mit sh:z-Sportchef Jürgen Muhl auf der Bühne am Innenhafen erleben wollten.

Der in Husum aufgewachsene Johannsen nutzte das Heimspiel zu einem munteren Plausch mit großer Offenheit. Drei Wochen vor dem Bundesligastart machte Johannsen den Fans Appetit auf eine neuformierte und verjüngte SG-Mannschaft. "Das Trainingslager hat uns noch enger zusammengeschweißt, es herrscht ein tolles Klima im Team", sagte der 26-jährige Linkshänder. Auf die Frage Muhls, ob sich die SG in der kommenden Saison für einen Champions-League-Platz qualifizieren könne, reagierte Johannsen allerdings eher zurückhaltend. Unter den ersten fünf ja, jede noch bessere Position wäre schon eine große Überraschung, meinte der Linkshänder.

Ausführlich diskutierten Johannsen und Muhl über das Geschehen rund um das Champions-League-Finale im Jahr 2007, das der THW gewann, ehe er nachträglich mit Manipulationsvorwürfen konfrontiert wurde. Als Jürgen Muhl berichtete, dass der von der SG beauftragte Münchner Anwalt Thomas Summerer erst vor einer Woche die Ermittlungsakte zur Einsicht bekommen habe, zeigten sich Zuhörer und auch der Flensburger Profi überrascht. "Was, erst jetzt, das ist ja kaum zu glauben", meinte Torge Johannsen und sagte unter dem Beifall der Zuhörer: "Es wird höchste Zeit, dass die Vorkommnisse restlos aufgeklärt werden. Und wenn die Fakten einen Betrug nachweisen, dann müssen die Verursacher bestraft werden. Auch wenn uns das wohl im Nachhinein nicht mehr viel bringen wird." Johannsen erinnerte sich an die frühe Rote Karte seines damaligen Mitspielers Boldsen. "Wenn es so gewollt war, dann war es sehr klug von den Schiedsrichtern, den starken Boldsen so früh herauszustellen. Da fehlte uns eine Leitfigur."

Dass im internationalen Handball Schiri-Manipulationen seit Jahren an der Tagesordnung sind, wollte Johannsen nicht dementieren. "Da haben wir bei Spielen in Moskau oder Zagreb schon einiges erlebt", antwortete der SG-Profi mit wenigen Worten vielsagend und verließ die Bühne, hinter der bereits wieder eine große Gruppe von jungen Autogrammsammlern wartete.

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