MT Melsungen - TSV GWD Minden - Melsungen kämpft Minden mit viel Mühe nieder - Kollektive Freude nach kollektivem Kraftakt - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Melsungen kämpft Minden mit viel Mühe nieder

Kollektive Freude nach kollektivem Kraftakt

Wende oder Absturz, lautete vor der Partie aus Melsunger Sicht die entscheidende Frage. Die Antwort danach: Weder noch. Beim 28:27 gegen GWD Minden landete die MT zwar den ersehnten dritten Saisonsieg, doch ein echter, spielerischer Befreiungsschlag nach zuletzt erschreckend schwachen Vorstellungen war`s noch nicht.

Eher ein kollektiver Kraftakt, den auch Ryan Zinglersen nicht überbewerten wollte. Von "einem kleinen Schritt in die richtige Richtung" sprach der Coach der Nordhessen, der seine Vorstellung vom "kollektiven Spiel" immerhin phasenweise umgesetzt sah.

Mut zum langen Pass fehlt

In der Anfangsphase beispielsweise, ehe die ersten Fehler wieder ein unverkennbares Zaudern auslösten. Und auch die eigene erste und zweite Welle kam erst mit Verspätung auf Touren, weil der Mut zum langen Pass fehlte.

Immerhin: Kampfbereitschaft, Wille und Herz, zuletzt schmerzlich vermisst, waren über die gesamten 60 Minuten erkennbar. Und ein glänzend aufgelegter Nenad Vuckovic, der nach 43 Minuten zehn der 18 Melsunger Treffer erzielt hatte. Ohne damit seine Aufgabe als Spielmacher zu vernachlässigen, die zuletzt von Vladica Stojanovic (verletzt) keineswegs zufrieden stellend erledigt wurde. Ein Argument mehr für die anvisierte vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem serbischen Nationalspieler.

Danner glänzt am Kreis

Ein weiterer Garant des Sieges: Klitgaard-Vertreter Felix Danner, der in der zweiten Halbzeit groß auftrumpfte. "Ich bin einfach nur froh, dass es so toll geklappt hat", freute sich der 23-Jährige, der fünf seiner sechs Treffer nach der Pause erzielte. Wozu auch seine deutliche Leistungssteigerung in der Abwehr passte, als er Mindens Halblinken Ingimundarsson nicht zur Entfaltung kommen ließ.

Trotzdem wurde es noch mal eng, wobei das dramatische Finale mit Mindens verzweifelter, aber letztlich erfolgloser Aufholjagd zu einem Melsunger Zittersieg passte. Am Ende scheiterte Stephan Just mit dem Kunststück, einen direkten Freiwurf gegen eine gegnerische Sechs-Mann-Mauer plus Torwart. So war es eine Berg- und Talfahrt mit Happy-End für die glücklichen Gastgeber.

Was dieser Erfolg für Melsungen zu bedeuten hat, das wird wohl erst die Zukunft offenbaren. Für den Moment löste er einfach nur "riesige Erleichterung" (Danner) aus. Darüber, so Nenad Vuckovic, "dass wir dem Druck stand gehalten und Charakter gezeigt haben". Sicherlich keine schlechte Voraussetzung, um dann im nächsten Spiel (am Mittwoch gegen Lemgo) wirklich die Wende einzuleiten.