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Kollektives Versagen

Die derzeit prekäre Finanzsituation und die unsichere sportliche Zukunft hat die Akteure der HSG Ahlen-Hamm beim Gang in die Pfalz nur wenig beeindruckt. Die Westfalen sorgten für eine Demütigung der Gastgeber, die mit hohen Erwartungen in die Partie gegangen waren. Schon fünf Minuten vor dem Spielende skandierten die mitgereisten Fans "Auswärtssieg" und ließen die Mannschaft um Trainer Kay Rothenpieler hochleben.

Dagegen hängende Köpfe bei den Gastgebern, die noch lange nach dem Abpfiff ratlos ins Leere blickten. Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim bot die schlechteste Partie seit dem Aufstieg in die erste Bundesliga. Im Angriff fehlte die Durchschlagskraft, aber auch in der Abwehr waren die Defizite deutlich erkennbar. Dazu vergaben die Eulen allein 18 freie Würfe, darunter auch acht Pfostentreffer. "Das war ein kollektives Versagen", meinte Linksaußen Philipp Grimm, "gegen Balingen haben wir alles richtig und heute alles falsch gemacht".


Schwache Torhüter

Von Beginn an lag die TSG Ludwigshafen-Friesenheim gegen die hochmotivierten Gäste zurück und scheiterte immer wieder im Vorwärtsgang an den eigenen Fehlern. "Wir waren heute einfach zu passiv", ärgerte sich TSG-Coach Thomas König.

Dazu verfügten die Gastgeber nicht über die Qualität im Rückraum wie die HSG Ahlen- Hamm. "Die HSG hat einfach Spieler mit Champions League-Erfahrung, die wir nicht haben", meinte Grimm, der lange nach den Gründen des Versagens suchte.

Eine Schwachstelle bleibt die Torhüter-Position: Neuzugang Vlado Bozic konnte nur in der ersten Spielhälfte eine Glanzpunkte setzen, während der österreichische Nationalspieler Janko Bozovic diesmal deutlich hinter seinen Möglichkeiten blieb. Auffällig die noch fehlende Abstimmung in der Abwehr, wo die TSG-Sieben gegen die Würfe von Chen Pomeranz, Thomas Lammers und Einar Holmgeirsson meist ohne Gegenwehr blieb.

Der Rückraum machte diesmal den Unterschied aus. "Wir werden jetzt von Spiel zu Spiel hart arbeiten und versuchen aus der unteren Tabellenregion heraus zukommen", meinte Kai Rothenpieler nach dem verdienten Auswärtserfolg.