HSV Hamburg - Igor Vori will mit dem HSV Titel gewinnen - Kroate muss nach der Verletzung von Bertrand Gille auf Eingewöhnungsphase verzichten - Handball - Artikel - Handballwoche
Igor Vori will mit dem HSV Titel gewinnen

Kroate muss nach der Verletzung von Bertrand Gille auf Eingewöhnungsphase verzichten

Igor Vori und Blazenko Lackovic haben einen gemeinsamen Lieblingsplatz in Hamburg entdeckt: Ein kroatisches Restaurant. Während der Kellner eine üppige Fleischplatte und Gulaschsuppe serviert, unterhalten sich die beiden hungrigen Handballer des HSV Hamburg über Familie, Heimat und natürlich ihren Sport. "Wir haben schon immer viel miteinander gesprochen", erzählen sie. "Wir sind Freunde, kennen uns aus der Nationalmannschaft und aus einem gemeinsamen Jahr beim RK Zagreb."


Stress in Zagreb

Nach einer halben Dekade sind sie wieder vereint in einem Club-Team. Blazenko Lackovic geht seit einer Saison auf Torejagd für den deutschen Vize-Meister. Igor Vori folgt nun. Er ist dankbar über ein bekanntes Gesicht in der fremden Millionen-Metropole. Frau Olja und der kleine Sohn Petar kommen erst in wenigen Tagen nachgereist. Im Training und bei öffentlichen Terminen sind die beiden kroatischen Ballwerfer fast immer gemeinsam anzutreffen. Auch wegen der Verständigung: Igor Vori spricht noch kein Deutsch und kaum Englisch, er braucht einen Dolmetscher.

In der letzten Zeit war natürlich auch der HSV ein großes Thema. "Ich habe nur Gutes über meinen Verein erzählt", schmunzelt Blazenko Lackovic. "Die Entscheidung hat Igor dann selbst getroffen." Der Transfer und die Unterschrift auf einem Drei-Jahres-Kontrakt erwiesen sich keineswegs als ein Routine-Akt. Dabei hätte der RK Croatia Zagreb, der knapp bei Kasse ist, angesichts der finanziellen Entlastung eigentlich froh sein müssen, als Igor Vori den Vertrag aufkündigte. Der Hauptstadt-Verein gab aber nicht klein bei. Er verweigerte die internationale Freigabe, zog das Handy ein. Erst ein Verzicht des Spielers auf die noch ausstehenden Gehälter soll den Stein ins Rollen gebracht haben.


Großer Erfolgshunger

Auf jeden Fall weckt die Verpflichtung des 28 Jahre alten Weltklasse-Mannes große Erwartungen beim HSV. Eine Eingewöhnungsphase ist nicht möglich. Auf Grund der langwierigen Verletzung von Bertrand Gille (Teilabriss der Achillessehne) ist der 2,03 Meter Koloss am Kreis und als Abwehrsäule ab dem ersten Spieltag voll gefordert. "Ich möchte mich schnell ins Team integrieren und Deutsch lernen - dann hoffe ich, dass wir sehr viel gewinnen", sagt Igor Vori.

Seine Erfahrung lässt ihn die Aufgabe ruhig angehen. Er wurde 2003 Weltmeister, ein gutes Jahr später gewann er sogar Olympia-Gold. Zudem zieren mehrere Meisterschaften und Pokaltriumphe in Kroatien, Spanien und Italien seinen Werdegang. Zuletzt, bei der Weltmeisterschaft im Januar, wurde Igor Vori nicht nur ins All-Star Team, sondern auch zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Von 2005 bis 2007 krönte ein Ausflug zum ruhmreichen FC Barcelona seinen bisherigen Werdegang. Nun wagt Igor Vori den Schritt in Bundesliga, in die stärkste Liga der Welt.

Der Kroate ist abergläubisch. Er hat einen besonderen Talisman. Die Rückennummer neun begleitete den Kroaten durch seine Karriere. "Diese Zahl hat mir bislang viel Glück gebracht. Sie soll mir auch beim HSV helfen", gibt er sich kämpferisch. "Ich bin bereit, mit Hamburg Titel zu gewinnen." Igor Vori verspeist nicht nur gern heimatliche Kost, sondern ist auch hungrig auf Erfolg. Guten Appetit!

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