HSV Hamburg - Zweiter Teil des Interviews mit Hamburgs Sportdirektor Christian Fitzek - Kroaten "passen perfekt" zum HSV - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Zweiter Teil des Interviews mit Hamburgs Sportdirektor Christian Fitzek

Kroaten "passen perfekt" zum HSV

Im zweiten Teil des Interviews spricht Christian Fitzek über die Titelchancen des HSV, die kroatischen Glücksgriffe und die Euphorie in Hamburg.

>Die Ausgangsposition jedenfalls ist besser als je zuvor.
„Wir haben einen Punkt Vorsprung vor dem THW Kiel und noch ein Heimspiel gegen unseren ärgsten Widersacher. Aber erst einmal gehe ich davon aus, dass wir in der Rückrunde alles gewinnen müssen, um Meister zu werden. Schön ist, dass wir es gegenwärtig aus eigener Kraft schaffen können.“

>Erklären Sie doch mal, warum es in dieser Saison mit dem Titelgewinn gelingen wird.
„Unsere gegenwärtige Situation ist eine Station auf einem langen Weg, der uns immer wieder ein Stückchen weiter gebracht hat. Selbst aus den Rückschlägen in den vergangenen Jahren haben wir dieses Fundament geschaffen. Zudem kamen zu Saisonbeginn mit den beiden Kroaten Igor Vori und Domagoj Duvnjak offenbar die Mosaiksteinchen zu uns, die noch fehlten. Alles wirkt jetzt sehr viel stabiler, uns kann so rasch nichts mehr aus der Bahn werfen. In dieser Saison ist der große Wille da, endlich den Titel zu gewinnen.“

>Die Verpflichtung der beiden Kroaten scheint offenbar ein Glücksgriff gewesen zu sein.
„Beide haben uns entscheidend an Stellen geholfen, an denen wir sonst Probleme bekommen hätten. Vori sprang sofort in die Lücke, die nach der Verletzung von Bertrand Gille am Kreis entstanden war, Duvnjak wächst mehr und mehr in die Rolle des Spielgestalters, der von der Mittelposition aus auch noch Torgefahr ausstrahlt. Zudem wollten beide unbedingt zu uns und haben die Transfers teilweise mitfinanziert. Beide passen perfekt zu uns.“

>Überaus erfreulich ist der gewaltige Zuschauerzuspruch in Hamburg. In den letzten Spielen der Hinrunde kamen regelmäßig mehr als 10.000 Besucher in die Color Line Arena. Wollen Sie dem THW nun auch als Zuschauerkrösus den Rag ablaufen?
Wir hätten die Möglichkeit, weil unsere Halle ja größer ist als die des THW. Aber andererseits müssen wir auch sehr viel mehr dafür tun, um die Leute zu uns zu locken. An dieser Stelle möchte ich ein dickes Lob loswerden an die bei uns im Hause dafür zuständige Abteilung, die in diesem Punkt überaus engagiert arbeitet und immer wieder mit neuen Ideen die Fans in die Halle holt. Wir hatten in den beiden letzten Heimspielen vor der EM-Pause 25.000 Besucher – und das nicht gegen Teams wie Kiel oder Flensburg, sondern gegen Großwallstadt und Balingen. Gegen Balingen mussten wir sogar einige Leute wieder nach Hause schicken, weil einfach nichts mehr ging. Deshalb haben wir für die Rückrunde noch einmal eine große Dauerkartenaktion laufen.“

>Was passiert bei all der Euphorie, wenn es mit dem Titelgewinn tatsächlich gelingen sollte?
Das ist noch so weit weg. Natürlich träume ich davon, einmal in Hamburg auf dem Rathausbalkon zu stehen. Aber es kann noch so viel passieren. Jetzt kommt erst einmal die EM, dann die gesamte Rückrunde und das Heimspiel gegen Kiel. Da ist wirklich alles möglich. Wie heißt es doch so treffend: Wer zu weit vorausschaut, stolpert über den kleinsten Stein.“