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SG Flensburg-Handewitt

Lars Christiansen neuer SG-Kapitän

Die Campushalle ist abgedunkelt. Aus den Lautsprechnern ertönt der Klassiker "Auf in den Kampf", zu dem der rhythmische Beifall der Zuschauer anschwillt, bis er förmlich explodiert. Die Mannschaft der SG Flensburg-Handewitt läuft ein. In der "Hölle Nord" scheint alles so zu sein wie immer - und doch ist gegen den SC Magdeburg etwas anders. Die Spielerschlange führt Lars Christiansen. Früher lief er gerne als letzter in die Halle, nun bewegt er sich vorne weg. Ausdruck dafür, dass er Torge Johannsen als Kapitän beerbt hat und in der letzten Halbserie seiner 14 Flensburger Jahre einen "persönlichen Aufstieg" verzeichnet hat. "Eigentlich wollte ich ja nie Kapitän werden", sagt der 37-Jährige."Doch unser Trainer hat mich mehrfach gebeten, weil er es für wichtig hält."
Die Ära des Kapitäns "Christiansen" begann erfolgreich. Die SG kämpfte den SC Magdeburg mit 27:24 nieder. Damit hatte sie die Vorlage - Göppingen hatte unter der Woche in Burgdorf gepatzt - verwandelt und sich auf die dritte Stelle der Tabelle vorgearbeitet. "Der Sieg war verdammt wichtig", atmete SG-Team-Manager Ljubomir Vranjes durch. "Wir haben damit der Konkurrenz gezeigt, dass wir angreifen und entschlossen auf den dritten Platz schauen."
Obwohl die Gastgeber bis auf die ganz frühe Phase der Partie immer führten, waren die beiden Punkte keine leichte Geburt. "Magdeburg wird in der Rückrunde sehr gefährlich werden", erklärte SG-Trainer Per Carlén nach dem Zittersieg. "Der SCM hatte nur drei Spieler bei der EM, wir nur drei in Flensburg." Der Schwede musste sich insgesamt weniger Gedanken über die Defensive machen. "Der Flensburger Innenblock ist überragend", staunte SCM-Coach Sven Liesegang nach seinem Debüt auf der Bank. In der Abwehrzentrale hatte sich der Ausfall von Michael Knudsen (Knie) nicht bemerkbar gemacht -- allerdings am Kreis. Das äußerte sich in besonders fataler Weise nach der Halbzeit, als die SG in 13 Minuten nur einen Treffer erzielte und sich ein 19:13 (37.) in ein 20:18 (50.) verwandelte. "Wir hätten uns früher absetzen können, aber wir haben zu viel verworfen", haderte Jacob Heinl. Insgesamt drei Mal verhinderte SG-Schlussmann Dan Beutler den Anschlusstreffer und bewahrte sein Team damit höchstwahrscheinlich vor einer bösen Überraschung.
In dieser Woche geht es für die Flensburger zwei Mal auf Reisen. Am heutigen Mittwoch (20.15 Uhr) geht es bei den Füchsen Berlin um die Wurst. 27:24 hieß es im Hinspiel - wie gegen Magdeburg. Ein gutes Omen? Besonders ins Zeug legen wird sich Alexander Petersson. Der SG-Linkshänder hat vor wenigen Tagen seinen Wechsel nach Berlin zur nächsten Saison bekanntgegeben. Am Sonntag (17 Uhr) folgt das Rückspiel im EHF-Cup bei Istres HB. Nach dem 34:23 daheim sind die Voraussetzungen für ein Weiterkommen blendend. Und die Fans reisen in Scharen mit nach Südfrankreich. Wohl nicht nur, um dem deutschen Winter einmal zu entfliehen...