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Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte

Die Berliner Füchse schienen die richtigen Konsequenzen aus ihrer nachlassenden Leistung in der eine Woche zurückliegenden Partie gegen Wetzlar gezogen zu haben. Sie kamen gegen Aufsteiger TuS N.-Lübbecke im ersten Abschnitt nicht richtig auf die Beine, konnten sich aber in der zweiten Hälfte erheblich steigern und mit 32:27 (13:14) bereits den vierten Erfolg in Folge verbuchen. "Wir haben in der ersten Halbzeit keine Disziplin gehabt", beurteilte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson die Leistung seiner Mannschaft und dürfte in der Pause in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn in den zweiten 30 Minuten zeigten die Hausherren am Sonntag Nachmittag in der mit knapp 7.900 Zuschauern gut besetzten Max-Schmeling-Halle mit besserer Effektivität Steigerungspotenzial. Sigurdsson: "Da hat mir meine Mannschaft wieder gut gefallen, ihre Einstellung war viel besser und sie hat weniger Fehler gemacht." Nettelstedts Trainer Patrik Liljestrand sah den Grund für die Niederlage seines Teams "in sieben bis acht Minuten in der zweiten Halbzeit, als wir nicht ganz bei der Sache waren". Das war in der Phase vom 15:15 bis zum 19:15 für die Füchse (vier Tore der Außen Markus Richwien und Ivan Nincevic), an deren Ende Liljestrand mit einer Auszeit seine Spieler neu einzustellen versuchte. Das half nicht: Die Füchse behielten nicht nur das Heft des nun ansehnlicheren Spiels in der Hand, sie konnten sogar ihren Vorsprung noch leicht ausdehnen, wobei Nincevic und Michal Kubisztal die besten Akzente setzten.

Liljestrand sprach hinterher von einem verdienten Erfolg der Berliner und fand, dass "man eben nur den Ball ins Tor reinschmeißen muss, wenn man gewinnen will. Und dass wir lernen müssen, dass ein Spiel 60 Minuten dauert." Alles in allem, fand der Handball-Lehrer aus Schweden, "haben wir auch heute eigentlich ein ordentliches Spiel abgeliefert."

Der Füchse-Erfolg hat Gewicht: Er wurde ohne den norwegischen Abwehrstrategen Stian Vatne errungen. Er saß auf der Bank, war nicht ganz fit und wurde geschont. Sigurdsson: "Ich hätte ihn nur dann gebracht, wenn es für uns noch sehr eng geworden wäre." Ein anderer Fuchs saß erstmals nach der Europameisterschaft auf der Bank: Konrad Wilczynski (Handwurzelverletzung) nähert sich allmählich seinem ersten wirklichen Einsatz und durfte mit ansehen, dass sein Ersatzmann Nincevic wieder einmal als bester Spieler der Berliner (10/5 Treffer) geehrt wurde. Dennoch wird dessen Wirken an der Spree nicht über diese Saison hinausgehen. "Wir sind mit Wilczynski und Martin Murawski auf Linksaußen sehr gut besetzt", sagt Füchse-Manager Bob Hanning.