HSV Hamburg - Der Rechtsaußen des HSV Hamburg will in dieser Saison mindestens einen Titel holen - Lindberg weiter im Aufwind - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Der Rechtsaußen des HSV Hamburg will in dieser Saison mindestens einen Titel holen

Lindberg weiter im Aufwind

Hans Lindberg dreht und windet sich. Es gefällt ihm nicht sonderlich, über seine eigene Person zu reden. "Natürlich kann ich mit meinem Saisonstart schon zufrieden sein", sagt er zwar. "Aber das liegt einzig und allein daran, dass die Mannschaft gut gespielt hat." Eine Mannschaft, in der der Rechtsaußen allerdings sehenswert aufgetrumpft hat. Mit 25 Toren führte der Däne sogar vor dem vierten Bundesliga-Spieltag die Torschützenliste gemeinsam mit Karol Bielecki (Rhein-Neckar Löwen) an. "Ehrlich gesagt wusste ich das gar nicht", gesteht Lindberg.

Nach den Plätzen 19 und neun in den beiden vergangenen Spielzeiten scheint es, als könne der 28-Jährige in seiner dritten Spielzeit in Deutschland ganz weit vorne landen in der Torschützenliste. Sogar auf Platz eins? "Nein", bremst Martin Schwalb. "Das wird er nicht schaffen. Da muss er sich gar keinen Illusionen hingeben." Andere Spieler würden weit mehr Einsatzzeit erhalten als der Europameister, der 2007 zum HSV kam und seine Position laut Schwalb "unglaublich toll ausfüllt", aber eben auch in einem internen Konkurrenzkampf mit Nationalspieler Stefan Schröder steht.

Beide haben ihre anfängliche Scheu voreinander längst abgelegt, teilen auf Auswärtsfahrten ein Zimmer und sind zu Freunden geworden. "Eine Situation, die man sich als Trainer nur wünschen kann", sagt Schwalb, der beide "auf Augenhöhe" sieht. Tatsächlich aber hat es Schröder immer schwerer zu Einsatzzeiten zu kommen. Der gebürtige Schweriner durfte zwar im Pokalsieg gegen Tarp-Wanderup (15 Tore) zaubern und stand auch gegen Melsungen in der Startformation, die Nummer eins aber ist Lindberg, in dem einige Experten mittlerweile den besten Rechtsaußen weltweit sehen. Ein Superlativ, den er selbst natürlich weit von sich weist: "Ich versuche, mich von Spiel zu Spiel zu verbessern, aber da gibt es so viele andere." Zu einem Urteil aber, da könne er sich schon hinreißen lassen: "Vielleicht sind Schrödi und ich das beste Duo auf dieser Position."

Während sein Kumpel das erste freie Wochenende damit verbrachte bei einem Stadtlauf in Elmshorn mit Kindern auf die Strecke zu gehen, nutzte Lindberg seine Freizeit auf der Couch. Seit Wochen schlägt er sich schon mit Adduktorenproblemen herum. "Da kommt diese Pause gerade Recht."

Dass er trotz der Probleme in der Statistik so weit oben stehe, dürfe man nicht zu weit hervorheben, so Lindberg, "weil ich ja viele meiner Tore per Siebenmeter geworfen habe". 13 sind es. Nur 15 Versuche hat er dafür gebraucht. Eine ganz starke Quote. Einen Trick gebe es dabei nicht. "Wenn ich zum Punkt gehe, weiß ich noch nicht, was ich mache", sagt Lindberg. "Ich schaue auf den Torhüter und entscheide dann." Was genau den Ausschlag gebe, wolle er nicht verraten: "Das bleibt mein Geheimnis."

In anderen Dingen hält der 1,88 Meter große Frauenschwarm dagegen nicht hinter den Berg. Während Schwalb und andere sich in Zurückhaltung üben, gesteht Lindberg: "In dieser Saison will ich einen Titel holen. Mindestens einen."