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Fernandez-Debüt beim THW

Löwen atmen durch

Berlin (dpa) - Erst gezittert, dann brilliert: Die Rhein-Neckar Löwen haben nach der 29:33-Niederlage beim SC Magdeburg eine Trotzreaktion gezeigt. Die Mannheimer gewannen dank einer herausragenden zweiten Halbzeit mit 33:27 (13:13) bei der HSG Wetzlar.

Die SG Flensburg-Handewitt feierte mit dem 34:25 (16:10)- Heimerfolg gegen den TuS N-Lübbecke den fünften Sieg im sechsten Spiel und setzte sich damit in der Spitzengruppe fest. Dies alles tritt jedoch in den Schatten, wenn am Sonntag Jerome Fernandez im Dress des deutschen Meisters THW Kiel zum ersten Mal die Bühne der Handball-Bundesliga betritt.

Meisterlich spielte Titelaspirant Rhein-Neckar Löwen nur in der zweiten Hälfte. «Nach der Niederlage in Magdeburg konnte man zunächst einige Unsicherheiten spüren, besonders im Angriff», analysierte Trainer Ola Lindgren und stellte fest: «Der Sieg war das Wichtigste heute - und den haben wir geholt.» Garanten für den Erfolg waren vor allem Grzegorz Tkaczyk und Ivan Cupic, die jeweils sieben Treffer erzielten. Dennoch: Manager Thorsten Storm war mit der Leistung seines Teams nicht ganz zufrieden. «Natürlich können wir noch besser spielen, es ist noch immer Sand im Getriebe», meinte er.

Aussetzer scheint die SG Flensburg-Handewitt momentan nicht zu haben. Vielmehr kann sich der Vorjahresdritte auf die gute Form von Torhüter Dan Beutler verlassen. «Wir haben das Torwartduell heute klar verloren», sagte Arne Niemeyer nach der herben Pleite seines TuS. Bis auf die Heimniederlage gegen Magdeburg liegt der Champions- League-Teilnehmer in der Bundesliga im Soll.

Ganz anders sieht es bei der MT Melsungen aus. Die 24:28 (10:17)- Heimpleite gegen den DHC Rheinland war schon die vierte Niederlage in Serie. Null Punkte stehen weiterhin auf dem Konto der Mannschaft von Trainer Matkaz Tominec. Für die Rheinländer war es dagegen der erste Saisonsieg - ein kleiner Befreiungsschlag.

Das Spiel der Spiele an diesem Wochenende steigt jedoch am Sonntag in der Hauptstadt. Und das nicht nur, weil der Sieger der Partie Füchse Berlin gegen THW Kiel die Tabellenführung übernehmen wird. Vielmehr sind alle Augen auf einen Mann gerichtet: Jerome Fernandez. Der Kapitän der französischen Nationalmannschaft, der vom spanischen Spitzenclub Ciudad Real kam, wird erstmals mit der Rückennummer 77 im Dress des deutschen Meisters und Champions-League-Siegers von der Förde auflaufen. THW-Manager Uli Derad schwärmt schon vom Rückraum-Star: «Er ist ein kompletter Handballer. Seine Verpflichtung war für uns alternativlos.»