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Löwen spielen die Fans aus der Halle

Eine Busladung Fans hatten die Berliner in die Karlsruher Europahalle mitgebracht und die hatten vor allem in der zweiten Halbzeit keine Probleme, die Stimmungshoheit zu übernehmen. Zu konsterniert war die Anhängerschaft des Heimteams. Auch weit nach dem Schlusspfiff zogen die Hauptstädter durch die Gänge der Arena und feierten den zuvor nicht erwarteten Erfolg.

Auf der anderen Seite waren die Löwenfans zu großen Teilen schon vor dem Ende der Begegnung aus der Halle geströmt, zu ernüchternd war das, was sie zuvor auf dem Parkett gesehen hatten. Nicht die Niederlage an sich sorgte für die Enttäuschung, sondern die Wehrlosigkeit, mit der sich die Badener in die vierte Heimniederlage der Saison fügten, sorgte für Kopfschütteln.

"Wir haben zu wenig als Mannschaft und zu viel individuell gespielt", legte Sławomir Szmal den Finger in die Wunde. Die Keeper der Löwen - neben Szmal noch Henning Fritz - konnte seinen Kollegen aber auch nicht helfen, das Duell der Torhüter entschied Silvio Heinevetter für sich.

Die Füchse hatten den Schlüssel für den Sieg bereits an der Taktiktafel gefunden. Von der ersten Minute an ließ Dagur Sigurdsson gegen Karol Bielecki kurz decken, was dazu führte, dass der Rückraumshooter der Rhein-Neckar Löwen aus dem Spiel genommen wurde und die Badener außerdem durch die Manndeckung keinen Spielfluss entwickelten. Hinzu kam, dass Michael Müller im rechten Rückraum einen schlechten Tag erwischt hatte und den verletzten Ólafur Stefánsson nicht ersetzen konnte. Damit war der Löwenrückraum praktisch lahm gelegt.

Trotz durchwachsener Leistung retteten sich die Hausherren mit nur einem Treffer Rückstand in die Halbzeitpause, doch unmittelbar danach zogen die Berliner vorentscheidend auf 21:15 davon (39.). Diesen Vorsprung verteidigten die Füchse anschließend routiniert und erwehrten sich auch der offensiven Deckung der Löwen.

Nerven wie Drahtseile bewies vor allem Johannes Sellin. Der 19-Jährige leistete sich nur einen Fehlwurf und war nach 60 Minuten gemeinsam mit Michael Kubisztal bester Torschütze der Berliner. Seinen achten und letzten Treffer erzielte der Rechtsaußen kurz vor Schluss, als er einen Siebenmeter rotzfrech verwandelte.