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Lukas Loh leitet die Wende ein

>42 Minuten waren gespielt, als Wetzlars Trainer Michael Roth Zweitmannschaftsspieler Lukas Loh einwechselte. Nachdem der 21-Jährige bereits acht Tage zuvor bei seinem Bundesligadebüt beim 25:28 beim TV Großwallstadt mit drei Toren in 13 Minuten überzeugt hatte, spielte der Blondschopf auch gegen Melsungen frech auf und war entscheidend daran beteiligt, dass die Grün-Weißen die Partie am Ende mit 32:30 (14:16) für sich entscheiden konnten.

Ohne Respekt vor den Hünen der MT suchte der nur 1,75 Meter große Mann mit der Nummer 17 mit seinem schnellen Antritt sowohl von der Spielmacher- als auch von der halbrechten Angriffsposition den direkten Weg zum Tor und stellte die Gästeabwehr vor große Probleme. "Dann kommt dieser kleine Spieler und der hat uns ein bisschen kaputtgemacht", zollte Melsungens Trainer Ryan Zinglersen Loh das größte Lob und bekannte damit wohl auch den Mann aus Münchholzhausen nicht auf seiner Rechnung gehabt zu haben.

"Ich habe nicht viel zu verlieren, denn ich habe nicht einmal im Traum daran gedacht, dass ich irgendwann einmal in Wetzlar in der Bundesliga auflaufen darf. Vor sechs Wochen habe ich noch gedacht, dass ich es nicht schaffe, bei der ersten Mannschaft zumindest im Training mitzuhalten", sagte Loh, den Co-Trainer Mile Malesevic zu diesem Zeitpunkt zum Bundesligateam mitgenommen hatte. "Lukas hat seine Leistung vom Großwallstadt-Spiel bestätigt und mir richtig Spaß gemacht", lobte Roth den kleinen Mann mit dem großen Tordrang, der derzeit eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. Mit seinem Treffer zum 31:28 (56.) nach einem Durchbruch von halblinks sorgte der gelernte Mitte- und Linksaußenspieler für die Vorentscheidung und ließ die Wetzlarer Fans lautstark jubeln.

Somit personifizierte Loh, der einen Bundesligavertrag erhalten soll, den Umbruch bei der HSG, die mit Vladan Krasavac, Sven-Sören Christophersen, Avishay Smoler, Michael Allendorf , Gregor Werum und Sebastian Weber gleich sechs Spieler verabschiedete. hsg wetzlar