TSV GWD Minden - "Magier" Anders Eggert trifft elf Mal - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

"Magier" Anders Eggert trifft elf Mal

Die SG Flensburg-Handewitt hat aus dem Pokalspektakel gegen den THW Kiel am Mittwoch nur das Positive mit in den Bundesliga-Alltag genommen und siegte erwartet souverän mit 35:21 gegen GWD Minden. "Das war sehr professionell", lobte Trainer Per Carlén sein Team für die gelungene Umstellung von höchster Anspannung zu nüchterner Konzentration auf die Pflicht.

Sportlich waren die Ostwestfalen kein Prüfstein für den Tabellendritten. Spielerisch sind wir auf Augenhöhe mit den Topmannschaften. Wir freuen uns auf eine tolle restliche Saison", sagte Geschäftsführer Holger Kaiser. "Per Carlén und Ljubomir Vranjes haben der Mannschaft Kampfbereitschaft, Herzblut und Leidenschaft eingeimpft."

So kam es aber auch, dass die SG zuweilen wenig Geduld für die Bemühungen der Mindener aufbrachte, sich nicht abschießen zu lassen. Ging es gegen Kiel noch darum, die gefährlichsten Schützen der Liga unter Kontrolle zu bringen, hatte es Flensburg nun mit einer spielenden Mannschaft zu tun. Endlos lief der Ball im GWD-Rückraum hin und her, was dazu führte, dass irgendwann nicht mehr alle Abwehrspieler die Arme oben hatten oder sich zu ungeeigneten Versuchen, den Ball zu gewinnen, verleiten ließen. Auch die Unparteiischen Blümel/Loppaschewski (Berlin) bekamen den Arm zum Zeichen des Zeitspiels kaum hoch. Das gelang ihnen auf der anderen Seite umso besser, so dass sich der Eindruck aufdrängte, die Angriffe würden mit unterschiedlichen Uhren gemessen.

Spätestens mit Beginn der zweiten Hälfte hatten die Hausherren jedoch alles im Griff. Die Abwehr stellte sich schlauer an, Torhüter Johan Sjöstrand als Vertreter von Dan Beutler lief zu großer Form auf und dann gab es für das Konterspiel der SG kein Halten mehr. Nach 43 Minuten stand die erste Zehn-Tore-Führung (23:13) an der Tafel - der Rest war Schaulaufen.

5.723 Handball-Freunde - abzüglich zweier "Fan"-Gruppen, die gekommen waren, um sich (aufs Peinlichste) nur selbst zu feiern - begeisterten sich an der großartigen Wurfartistik von Anders Eggert. Der Linksaußen bedankte sich mit elf Treffern dafür, dass er über die volle Distanz spielen durfte. "Per hatte uns gewarnt, dass wir gegen Minden alles geben müssen, und dass es dumm wäre, so ein Spiel nach der guten Welle der letzten Wochen wegzuwerfen", berichtete der 27-Jährige, der sich nun auf die Partie am Mittwoch in Lemgo freut. "Wer die Rhein-Neckar Löwen und Gummersbach schlägt, kann auch in Lemgo gewinnen. Aber es wird hart."


Comeback von Boesen

Umso erfreulicher ist für Trainer Carlén das Comeback von Lasse Boesen. Nach sechs Wochen Pause wegen einer Wadenverletzung erzielte der Halblinke bei seinem zehnminütigen Einsatz zwei Tore. "Gegen defensive Deckungen können wir gut mehr Wurfkraft brauchen. Boesen hat gezeigt, dass wir wieder komplett sind. Das ist gut für das Spiel in Lemgo", meinte Carlén. Der Däne ist froh, dass eine schwierige Zeit vorbei ist. "Mir geht es so gut wie lange nicht. Zwei Jahre hatte ich viele Probleme mit Verletzungen. Jetzt habe ich keine Schmerzen mehr, aber mir fehlt noch etwas Kraft", meinte Boesen. Den Aufschwung der SG in seiner Abwesenheit hat er mit Begeisterung verfolgt, besonders einen Kollegen: "Patrik Fahlgren hat sich unglaublich gut entwickelt. Wir haben einen superintelligenten Spielmacher", meinte Boesen.