SG Flensburg-Handewitt - Mehr als Punkte und Prämien im Visier: Flensburger Handballer wollen sich sozial engagieren - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Mehr als Punkte und Prämien im Visier: Flensburger Handballer wollen sich sozial engagieren

>Die SG Flensburg-Handewitt hat in der vergangenen Woche die Initiative "Flensburger Schritte" vorgestellt. Damit will sich der Nordclub über den Sport hinaus engagieren. Die Handball-Profis sollen in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Hospizen oder an sozialen Brennpunkten aktiv werden. Als Schirmherrin wurde die ehemalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins, Heide Simonis, gewonnen. Mit den "Flensburger Schritten" stelle sich der Verein seiner gesellschaftlichen Verantwortung, so Geschäftsführer Holger Kaiser. Darüber hinaus diene die Initiative aber auch der Markenschärfe der SG, der Imagebildung und der Kundenbindung.

Konkrete erste Schritte werd en im kommenden Frühjahr unternommen, doch Heide Simonis prägte schon ein Schlagwort. "Tore schießen statt Koma-Saufen", schlug die Politikerin vor, könnte ein Beispiel dafür sein, was Sportidole Jugendlichen vorleben können. "Kinder hören vielleicht eher auf einen Handball-Helden, als wenn ihnen ihr Vater sagt: Das geht so nicht", meinte Simonis. Sie habe sich spontan begeistert für die Idee von Holger Kaiser, die Kraft des Sports für gesellschaftliches Engagement zu nutzen. "Einiges ist auseinandergerissen in unserer Gesellschaft, Anstand und Spielregeln werden verletzt", sagte Simonis. Man gewinne den Eindruck, dass "jeder macht was er will", etwa bei den ausufernden Boni, die sich Topmanager einstreichen, was Simonis "unanständig" nannte.

Holger Kaiser betonte, dass es bei den Flensburger Schritten nicht um einzelne Aktionen gehe, sondern um ein nachhaltiges Wirken. "Die SG ist ein besonderer und einmaliger Verein. Sie ist im Herzen der Menschen tief verwurzelt und nur noch vergleichbar mit Schalke 04, was die Begeisterung und die Bedeutung für die Wertevermittlung in der Region angeht", sagte der gebürtige Münsteraner. Die SG habe die Kraft, Menschen aus allen sozialen Schichten zu einer großen Familie zu vereinen. "Daraus entsteht soziale Verantwortung, der sich die SG seit Jahren stellt, indem sie Projekte unterstützt. Diese Unterstützung wollen wir mit den Flensburger Schritten jetzt institutionalisieren."

Team-Manager Ljubomir Vranjes betonte, dass die SG-Spieler einmütig hinter der Initiative stehen: "Sie freuen sich darauf, Kinder an die Hand zu nehmen. Unsere Spieler werden dadurch als Menschen wachsen. Wir brauchen starke Charaktere." Torwartidol Jan Holpert stellte sich als Pate für die Initiative zur Verfügung.

SG-Präsident Frerich Eilts sagte, dass die Spieler aktiv Projekte suchen werden, die sie unterstützen. Er erhofft sich eine positive Rückkopplung. "Das ist auch eine Chance, Sponsoren noch enger an uns zu binden." sg flensburg-handewtt