THW Kiel - Eiskalt zum richtigen Zeitpunkt - Melsunger Fehler werden vom Meister aus Kiel gnadenlos bestraft - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Eiskalt zum richtigen Zeitpunkt

Melsunger Fehler werden vom Meister aus Kiel gnadenlos bestraft

Dem Deutschen Meister Furcht einflößen - das war das Ziel der MT Melsungen für das Auftaktspiel der Saison 2009/10 in eigener Halle gegen den THW Kiel. Dazu machte sich sogar ein Drachen als neues MT-Maskottchen vor dem Anpfiff auf dem Parkett ganz groß. Angst und Schrecken verbreitete doch am Ende mehr der Gast aus Kiel, der vier Tage nach der unerwartet hohen Niederlage im Supercup in Nürnberg gegen den HSV Hamburg mächtig aufdrehte und verdient mit 35:25 (19:16) beide Punkte eroberte.

"Das war eine schöne Leistung der Kieler", zollte Melsungens Trainer Ryan Zinglersen dem Kontrahenten nach der Begegnung ein dickes Lob. Kein Wunder, denn jeden Fehler seiner Mannschaft hatte der THW gnadenlos bestraft. Vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit, als die Nordhessen 7:31 Minuten ohne eigenen Torerfolg blieben. In dieser Zeit gelangen den Gislason-Schützlingen gleich sechs Treffer. Mit einem starken Torwart Thierry Omeyer im Rücken praktizierten die Gäste Tempohandball vom Feinsten.

Das war die Entscheidung in einer Partie, die für die Melsunger bis zur Pause ganz gut gelaufen war. Mit dem ersten Pflichtspieltor von Neuzugang Alexandrios Vasilakis (7.) und einem Treffer von Daniel Tellander ging die MT mit 3:2 in Führung. Wenn Nenad Vuckovic in der elften Minute beim Konter nicht der Ball versprungen wäre, hätten die Hausherren voraussichtlich sogar mit 7:5 vorn gelegen.

So aber übte der THW Kiel mehr und mehr Druck aus - schon über die eigene Deckung, die die Melsunger Angreifer kaum zur Entfaltung kommen ließ. Für jedes Tor musste der Außenseiter extrem viel Aufwand betreiben, kam aber bis zur Pause zumindest mehrfach nach Pässen auf Kreisläufer Thomas Klitgaard zu Erfolgen.

Als Gäste-Coach Alfred Gislason aber registrierte, von wo bei der MT Melsungen die meiste Gefahr ausgeht, stellte er in der Abwehr personell ein bisschen um. Womit dem Zinglersen-Team der Zahn gezogen war. So konnte sich der THW Kiel den Luxus erlauben, auch allen Akteuren auf der Bank Einsatzzeiten zu gewähren. Unter anderem auch dem jungen isländischen Neuzugang Aron Palmarsson, der gegen Ende für Börge Lund und Daniel Narcisse Regie führte. Ein Treffer gelang dem Debütanten allerdings nicht.


Wenig Stimmung

Richtige Stimmung kam unter den nur 3.310 Zuschauern in Kassel aber im Gegensatz zur ersten Hälfte nicht mehr auf. Nur der Kieler Anhang feierte ausgelassen seine Helden. Denen hatten zwei Minuten zur Vor-, und weitere fünf Minuten zur endgültigen Entscheidung gereicht. Aber diese Kaltschnäuzigkeit zum richtigen Zeitpunkt macht wohl den Unterschied zwischen Mittelfeld und Spitzenklasse.

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