TVG-Rückraum ist generalüberholt - Mit verbesserter Deckung will der TV Großwallstadt an alte Erfolge anknüpfen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
TVG-Rückraum ist generalüberholt

Mit verbesserter Deckung will der TV Großwallstadt an alte Erfolge anknüpfen

Es war die Abwehr, die in der vergangenen Saison dem TV Großwallstadt die meisten Sorgen bereitet hat. Und es waren die vielen Gegentore (1.018), die am Ende auch Trainer Michael Roth den Job gekostet haben. Für die neue Saison haben die Unterfranken deshalb vor allem auf eine Neuformierung der Deckung Wert gelegt. Mit dem Isländer Sverre Jacobsson und dem Slowaken Csaba Szüczs wurden körperlich starke Spieler verpflichtet. Doch mit den Neuzugängen alleine ist es nicht getan. Der TVG muss in der Abwehrarbeit "mannschaftlich geschlossener" auftreten, wie Übergangstrainer Peter David fordert, "wir müssen einfach mental stärker spielen." Die Ein-Tore-Niederlagen, insgesamt sieben waren es in der vergangenen Saison, sollen endlich der Vergangenheit angehören.

In Großwallstadt wird in dieser Saison wieder vieles anders sein als in der jüngeren Vergangenheit. Dabei war eigentlich Kontinuität geplant. Doch nachdem die Entwicklung mit der von Michael Roth zusammengestellten Mannschaft eher stagniert hat, haben die Verantwortlichen sich wieder einmal zu einem maßvollen Kurswechsel entschlossen. Der komplette Rückraum wurde ausgetauscht, nicht immer ganz freiwillig. Nationalspieler Michael Müller wechselte gegen Zahlung einer sechsstelligen Ablösesumme trotz eines laufenden Vertrages zu den Rhein-Neckar Löwen. Der Däne Anders Oechsler, geplagt von vielen Verletzungen, bat um Auflösung seines Vertrages, was dem TVG keine großen Kopfschmerzen bereitete. Und der Tscheche Ondrej Zdrahala wurde zwei Jahre lang gewogen und trotz spielerischer Qualitäten für zu leicht befunden.


Defensivkünstler gefragt

Im Gegenzug haben die Großwallstädter den einst unter seinem Landsmann als Trainer Alfred Gislason in Gummersbach tätigen , ausgewiesenen Abwehrspezialisten Jacobsson geholt. Dazu kamen von der HSG Nordhorn-Lingen der talentierte Csaba Szücs und, was durchaus als Transfercoup gelten kann, der junge deutsche Nationalspieler Steffen Weinhold - beide stammen zudem aus Erlangen, also im weiteren Sinne aus der Region. Gemeinsam mit den verbliebenen Stefan Kneer, Oliver Köhrmann und Einar Holmgeirsson ist der Rückraum des TVG damit durchaus gut besetzt. Wäre da nicht das Verletzungspech, das auch diese Saison schon wieder zugeschlagen hat. Holmgeirsson wurde am Knie operiert und fällt drei Monate aus.

Neben der Überzeugung, dass frisches Blut dem Team gut tun wird, gibt es auch die Hoffnung, dass bei den Neuzugängen aus der vergangenen Saison im zweiten Jahr eine deutliche Leistungssteigerung eintreten könnte. Torwart Mattias Andersson, der Halblinke Stefan Kneer und Spielmacher Oliver Köhrmann hatten in ihrer ersten Saison noch sehr wechselhaft gespielt, mal richtig gut, vor allem zu Beginn, mal weniger gut, vor allem in der Rückrunde. Jetzt, im zweiten Jahr, soll vieles besser werden. Dabei bleibt abzuwarten, unter welchem Trainer dies geschehen wird. Selbst bei Drucklegung dieser Ausgabe war noch nicht klar, ob der TVG mit dem Duo Peter David und Uli Wolf auf der Bank in diese Saison gehen wird, oder ob doch noch Michael Biegler aus Magdeburg, der auf jeden Fall ab der nächsten Spielzeit an den Main kommt, die Verantwortung übernehmen wird.


Ruhe soll einkehren

Ganz unabhängig von der Trainerentscheidung ist der Wunsch des Vorstandes, dass mehr Ruhe einkehrt in den Verein und in das Umfeld. Um dies zu erreichen und eine gute Zukunftsperspektive zu bieten, wurden viele begleitende Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen. So der Neubau des VIP-Raums in der Aschaffenburger "Frankenstolz-Arena" oder der Neubau des Leistungszentrums in Großwallstadt, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Kurz vor dem Saisonstart konnte der TVG mit dem chinesischen Unternehmen "Haier" zudem einen neuen Großsponsor präsentieren. "Jetzt hoffen wir auf eine gute sportliche Saison", sagt TVG-Chef Georg Ballmann, "die Basis ist gelegt."

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