TBV Lemgo - TBV Lemgo durchlebt eine schwere Zeit - Mittelmaß statt Meisterschaft - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
TBV Lemgo durchlebt eine schwere Zeit

Mittelmaß statt Meisterschaft

Der ehemalige deutsche Handball-Meister TBV Lemgo durchlebt eine schwere Zeit. Top-Spieler verlassen den Klub, der Etat wurde reduziert. Die Spitzenklubs der Liga sind den Ostwestfalen enteilt. Mittelmaß statt Meisterschaft, Sparkurs statt Investitionen: Bundesligist TBV Lemgo hat den Anschluss an die Top-Teams der Liga verloren und muss seine Leistungsträger an die zahlungskräftige Konkurrenz abgeben. Die Zeiten, als die Ostwestfalen als „TBV Deutschland“ den Kern der Nationalmannschaft bildeten, sind vorbei.

Der EHF-Cupsieger richtet sich neu aus und schraubt seine eigenen Ansprüche dabei zurück.  „Die Champions League ist mittelfristig nicht realistisch“, sagte Geschäftsführer Volker Zerbe,  „unsere Zielsetzung bleibt jedoch die, an einem europäischen Wettbewerb teilzunehmen.“  Der 42-Jährige hat die erfolgreichste Zeit in Lemgo selbst noch miterlebt. 1997 wurde der Club erstmals deutscher Meister, 2003 wiederholte er den Triumph und sorgte mit der perfekt praktizierten schnellen Mitte bei den Gegnern für Angst und Schrecken. Der TBV stellte sechs Akteure der Nationalmannschaft, die bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Silbermedaille gewannen.

Doch die goldenen Zeiten sind erst einmal vorbei, die Zukunft ist trist. Mit 12:12 Punkten nach zwölf Spielen befindet sich der TBV im Niemandsland der Tabelle. Der Zuschauerschnitt liegt derzeit nur bei 3681 Fans (Vorjahr: 4963), schon vier Heimspiele gingen verloren.  Die Stars kehren dem Verein den Rücken. 2009 wechselte Lars Kaufmann nach Göppingen, vor dieser Saison verließen in Spielmacher Michael Kraus (HSV Hamburg) und Abwehrchef Daniel Kubes (THW Kiel) weitere Leistungsträger den Verein. Im kommenden Sommer geht in Holger Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) ein weiterer Nationalspieler.

Nach wie vor habe der TBV aber die Philosophie, jungen, deutschen Spielern die Möglichkeit zu bieten, sich top zu entwickeln, so Zerbe.  Es werden allerdings nicht mehr die deutschen Spitzenspieler sein. Bereits vor dieser Saison musste der Etat um rund 1,2 Millionen Euro reduziert werden. Der Hauptsponsor und Mehrheitsgesellschafter (Heristo AG) will zudem kürzer treten. „Wir wollen den TBV auf eine breitere Basis stellen. Um auch unserer Zielsetzung in Zukunft gerecht zu werden, müssen wir die Kräfte bündeln“, meinte Zerbe.  Der Geschäftsführer weiß aber auch, dass Lemgo mit den Top-Clubs der Liga Kiel, Hamburg und den Rhein-Neckar Löwen wirtschaftlich nicht mithalten kann. „Es gibt eine Veränderung in der Sportlandschaft. Die drei großen Vereine sind dem Rest der Liga derzeit enteilt“, stellte Zerbe ernüchtert fest.

KOMMENTARE

Jürgen, 26.12.10, 15:53 Uhr
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass der Erfolg mit Baur & Stephan sich auf jeden Fall eingestellt hätte - ohne hierbei mehr »
TBV-Fan, 27.11.10, 16:40 Uhr
Dank der Entlassung von Baur und Stephan dümpelt der TBV jetzt im unteren Mittelfeld vor sich hin. Diese Entlassungen mehr »
Alle Kommentare lesen (6)
Was meinen Sie? Schreiben Sie Ihre Meinung.
  • E-Mail-Adresse und Namen
    merken
  • (*Pflichtfelder; E-Mail-Adresse
    wird nicht veröffentlicht)
  • Kommentar absenden