Frisch Auf! Göppingen - Göppingen freut sich auf die Duelle gegen Kiel und Hamburg - Nach Emsdetten kommen die Top-Teams - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Göppingen freut sich auf die Duelle gegen Kiel und Hamburg

Nach Emsdetten kommen die Top-Teams

Selten hat sich ein Trainer in seiner Mannschaft so getäuscht. Noch zwei Tage vor dem Auftakt der Handball-Bundesliga hatte Velimir Petkovic von Frisch Auf Göppingen einen «etwas holprigen» Saisonstart befürchtet und seinen Spielern fehlenden Biss vorgehalten.

Knapp zwei Monate später zeigt der Traditionsverein davon mehr als genug: Göppingen hat nach dem 31:30 gegen TuS N- Lübbecke sechs Spiele in Serie gewonnen und steht mit 12:2 Punkten überraschend auf Platz drei. Mittlerweile sagt Petkovic: "Ich bin sehr zufrieden."

"Wir fangen nicht an zu träumen"

Nach dem Pokalspiel am Mittwoch beim TV Emsdetten fordert seine Mannschaft drei Tage später den Tabellenführer und deutschen Meister THW Kiel heraus. "Wir fangen nicht an, zu träumen. Kiel und Hamburg haben absolute Topteams und sind uns noch weit voraus", sagt Göppingens Geschäftsführer Gerd Hofele. "Aber wir fahren nicht dahin und sagen: Wir haben keine Chance. Dann könnten wir die Punkte auch direkt nach Kiel schicken."

Die Schwaben sind selbstbewusst geworden. So gut wie jetzt standen sie seit ihren großen Zeiten nicht mehr da, als sie zwischen 1954 und 1972 neunmal die deutsche Meisterschaft gewonnen haben. Die aktuelle Erfolgsserie fußt auf gleich mehreren Gründen. Mit den Nationalspielern Michael Haaß (Minden) und Lars Kaufmann (Lemgo) hat sich Frisch Auf vor der Saison exzellent verstärkt. "Da haben wir zwei Volltreffer gelandet", meint Hofele. Haaß halte im Rückraum "die Fäden in der Hand", Kaufmann warf in 7 Spielen 49 Tore. Im September wurde der 27-Jährige von der 'HANDBALLWOCHE' zum "Handballer des Monats" gewählt.

Intaktes Team

Hofele betont, dass Haaß, Kaufmann sowie die beiden weiteren Neuzugänge Kristijan Ljubanovic (Kroatien) und Drasko Mrvaljevic (Slowenien) sehr schnell in ein intaktes Team integriert wurden. Schon im vergangenen Jahr investierte der Verein viel ins Umfeld seiner Mannschaft, engagierte unter anderem einen Mental- und einen Athletiktrainer. So gelang es ihm auch, den langfristigen Ausfall seines Torjägers Pavel Horak (Kreuzbandriss) zu kompensieren.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Frisch Auf seine Heimspiele wieder in Göppingen austragen kann. Während des Ausbaus der alten Hohenstaufenhalle musste der Club vorübergehend nach Stuttgart umziehen. Im Sommer wurde dann die neue EWS Arena fertig und bringt der Mannschaft nun laut von Hofele den einen oder anderen Punkt pro Saison. "Die Stimmung ist überragend, unser Publikum peitscht uns permanent nach vorn", sagt er. Das Saisonziel bleibt aber trotz neuer Halle, neuer Stars und alter Tradition unverändert Platz sechs.