Zweiter Teil des Interviews mit HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann - Neue Saison, neuer Zuschauerrekord - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Zweiter Teil des Interviews mit HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann

Neue Saison, neuer Zuschauerrekord

Zweiter Teil des Interviews mit Frank Bohmann.

>Der allgemeine Zuschauerzuspruch deutet darauf hin, dass die HBL trotz der starken TV-Präsenz auch in den Hallen ungebremst boomt.
„Um ehrlich zu sein, waren wir uns nicht sicher, ob der vermehrte Live Sport im TV nicht zu rückläufigen Zuschauerzahlen in den Hallen führen wird. Nach Abschluß der Hinrunde liegen die Besucherzahlen allerdings mit rund 720.000 Zuschauern deutlich über dem Vergleichswert der bisherigen Rekordsaison 2007/08. Ich gehe davon aus, dass wir auch in dieser Saison einen neuen Rekord bei den Zuschauerzahlen aufstellen werden.“

>Wo liegen die Gründe?
„Ein wesentlicher Grund ist sicherlich die Tatsache, dass die von vielen seit Jahren angeführte Spreizung der Liga gar nicht so großen Einfluß auf die sportliche Entwicklung hat. Klammern wir Hamburg und Kiel einmal aus, so ist der Rest der Liga so dicht beisammen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Und selbst Kiel und Hamburg sind nicht unschlagbar, wie wir in der Hinrunde gesehen haben. Beide waren darüber hinaus mehrfach am Rande weiterer Niederlagen. Das zeigt, dass es in dieser Liga keine leichten Spiele gibt und selbst die Top-Teams nur dann gewinnen, wenn sie 100 Prozent abrufen. Und das macht die Liga spannend und attraktiv zugleich.“

>Zudem tummeln sich nach wie vor die Superstars des Handballs in der HBL.
„Die Toyota HBL ist nach wie vor ein großer Anziehungspunkt für die Weltstars des Handballs. Von den 16 EM-Teilnehmern benannten vorläufigen 28er-Kadern steht mehr als ein Viertel aller Spieler – um genau zu sein 115 der insgesamt 448 nominierten Akteure – in Deutschland unter Vertrag. Das ist von allen Ligen das mit Abstand größte Kontingent. Zusammen mit den in der in diesem Jahr gegründeten European Professional Handball League Association (EHPLA) organisierten Ligen aus Spanien, Dänemark und Frankreich kommen die vier Ligen auf mehr als 50 Prozent der nominierten Spieler.“  

>Vor wenigen Wochen machte die HBL von sich reden, als sie Teil einer Initiative der vier großen deutschen Profiligen wurde. Was hat es damit auf sich?
„Die Deutsche Fußball-Liga, die Deutsche Eishockey Liga, die Deutsche Basketball Liga und die HBL haben sich zu der Initiative Profisport Deutschland zusammengeschlossen. Mit der EHPLA will sich die HBL mehr Gehör bei IHF und EHF verschaffen, Bei der Initiative Profisport Deutschland ist  unser vorrangiges Ziel, uns mehr Ansehen und mehr Gehör  in Politik und Wirtschaft zu verschaffen, indem wir unsere Kräfte bündeln. Die Initiative steht dabei unter anderem für rund 50 Millionen Fans, einen Jahresumsatz von 2,2 Milliarden Euro sowie 42.000 Arbeitsplätze an 60 Standorten im gesamten Bundesgebiet. Die daraus resultierende große gesellschaftliche Relevanz unserer Sportarten haben dazu geführt, dass die Schnittstellen zu Politik und Wirtschaft zugenommen haben. Durch den Schulterschluss der Topligen werden wir uns gestärkt in Entscheidungsprozesse, die unsere Interessen berühren, einbringen.“.

>Demnach scheint es, als ob die Liga damit für die kommenden Jahre strategisch so aufgestellt ist, wie Sie es sich wünschen.
„Eine Strategie ist immer ein dynamischer Prozess. Präsidium, Aufsichtsrat und Management der HBL werden diesen Prozess in einem Workshop im Januar weiter entwickeln. Unverändert sind die Ziele, die sich die Liga gesetzt hat. Liga und Nationalmannschaft müssen Ihre Zugkraft und sportliche und wirtschaftliche Stärke weiterentwickeln. Wenn wir nicht weiter vorwärts marschieren, sondern in der Entwicklung stagnieren, werden wir im Wettbewerb der Sportarten nicht bestehen können.“