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DHC Rheinland arbeitet am Klassenerhalt

Neues Personal, neuer Sponsor, neues Glück?

Handball-Bundesligist DHC Rheinland hat mit Hannes Lindt (24) einen neuen Rückraumspieler verpflichtet. Der bisher für die HSG Frankfurt/Rhein/Main spielende Linkshänder soll noch in der Hinrunde nach Dormagen wechseln. Der genaue Zeitpunkt ist allerdings offen. Der 1,98m lange Lindt erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012.

Diese Entscheidung der DHC-Gesellschafter mache deutlich, dass „der Schwerpunkt aller Entscheidungen auf den sportlichen Bereich gerichtet ist“, erklärte Geschäftsführer Thomas Kempen in einer seiner letzten Amtshandlungen für den Dormagener Handball-Club: „Der DHC will die erste Liga erhalten und alles tun, um eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufzubieten. Wir haben aber auch festgestellt, dass die junge GmbH einen vollbeschäftigten Geschäftsführer noch nicht tragen kann“, begründete Kempen den Schritt der Gesellschaft.

Kempen selber scheidet Ende des Monats aus dem Amt aus, wird dem DHC aber weiter beratend zur Seite stehen. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Lieven wird ab 1. November wieder als ehrenamtlicher Geschäftsführer tätig werden. Dormagens Ex-Bürgermeister Heinz Hilgers übernimmt dann den Vorsitz im Aufsichtsrat. Lieven dankte Kempen für sein bisheriges Engagement und zeigte sich zufrieden, dass im Interesse der Sache das einvernehmliche Vorgehen möglich war. Den Gesamtetat des DHC bezifferte Lieven auf 1.635.000 Euro. Es konnte in den Planungen zusätzlich sogar eine sechsstellige Rücklage gebildet werden.

Das Insolvenzprüfungsverfahren bei Sponsor HR-Commitment habe allerdings ein Überdenken notwendig gemacht. Die aktuellen Entscheidungen der Gesellschaft seien darauf ausgerichtet, den DHC langfristig vernünftig aufzustellen. Den Vertrag mit HR-Commitment hat der DHC inzwischen gekündigt, insofern könne auch der Hallenname des Sportcenters neu vergeben werden. Nach dem erfolgreichen Sponsoring mit dem japanischen Unternehmen CHOYA richtet sich der Blick des DHC auf weitere Firmen aus Japan. Hierzu diene auch der „Japan-Tag“ beim Spiel gegen Gummersbach (Samstag, 23. Oktober, 15 Uhr). Erwartet werden prominente Gäste, darunter der japanische Generalkonsul Kiyoshi Koinuma, Vizekonsul Tekayuki Watanabe sowie die Geschäftsleitungen der japanischen Sponsoren (Toyota, Asics, Choya) und weiterer japanischer Unternehmen, mit denen zurzeit über Sponsoring verhandelt wird. Zum gesamten Konzept gehören die Förderung und Heranführung der japanischen Jugend im Rheinland an den Handballsport wie auch die Verpflichtung von ein oder zwei japanischen Nationalspielern beim DHC. Hiervon versprechen die Beteiligten sich einen hohen Synergie-Effekt und auch einen Leistungssport-Transfer nach Japan.

Die entsprechende schriftliche Vereinbarung zwischen dem DHC Rheinland und Nasaki Ienaga, Generalmanager der Nikon-Handball-Liga, wird am kommenden Samstag unterzeichnet. Dann werden auch mehrere Gruppen in der Halle sein. 50 japanische Schulkinder der Internationalen Japanischen Schule in Düsseldorf sehen das Spiel wie auch eine 19-köpfige Delegation der Japan Top League, die nach dem Spiel in Dormagen an einer Präsentation über Fragen von Finanzierung, Sponsoring, Marketing und Clubstruktur teilnimmt. Vor Ort ist zudem eine 15-köpfige Delegation der Japan Sports Assoziation.

Beabsichtigt ist, dass eine wöchentlich in Deutschland erscheinende japanische Zeitung regelmäßig über Spiele des DHC berichtet. Geschaffen werden soll auch ein japanischer Fan-Club für den DHC. Dementsprechend sollen in absehbarer Zeit Plakatwerbung oder auch das Hallenheft in Deutsch und Japanisch erscheinen. Und auch diese Planung ist langfristig angelegt: Die Japaner haben den DHC zum Japan-Cup Mitte Juni 2011 eingeladen. Gegner sind dann neben dem Gastgeber auch Korea sowie China oder Russland. Da zum gleichen Zeitpunkt die Relegation um den Klassenerhalt ausgetragen wird, steht für Heinz Lieven fest: „2011 ist die Relegation für uns kein Thema.“