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Dormagen firmiert künftig unter neuem Etikett DHC Rheinland

Neugründung ist nur noch ein Formalie

Am gestrigen Montag fuhr Dormagens Teammanager Thomas Dröge zur Zentrale der HBL nach Dortmund, um den Lizenzantrag fristgerecht einzureichen. In seinem Gepäck, ein etwas anderer Antrag als in den Vorjahren, denn ab der Spielzeit 2010/11 gibt es keinen Profihandball mehr beim TSV Bayer Dormagen (die HW berichtete).

Damit die Handballregion aber weiterhin Handball vom Feinsten erleben kann, hat der Business-Club unter der Führung von Unternehmer Heinz Lieven (TPG) und Alt-Bürgermeister Heinz Hilgers die Initiative ergriffen. In aller Kürze hat Lieven die Gesellschafter gefunden, die bereit sind, die Mindesteinlage in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Dabei stand ein Beteiligter fest: Nach den Statuten muss der TSV Bayer Dormagen als aktueller Inhaber der Bundesligalizenz an der Gesellschaft mit 26 Prozent beteiligt sein. Hauptgeschäftsführer Frank Neuenhausen hatte schon im Vorfeld erklärt, dass der Verein den Weg der Ausgliederung des Profihandballs mitgeht und deshalb die "Mussbeteiligung" einbringt.

Handballfan Heinz Lieven, der bereits in der Vergangenheit als Sponsor beim TSV aktiv war und auch zu den Unterstützern der deutschen Junioren-Nationalmannschaft zählte, gehört selber zu den Gesellschaftern. Und mit dabei sind Architekt Toni Harff und Peter Herzogenrath, der wie Lieven aus dem Dormagener Ortsteil Delhoven stammt.

Die formale Gründung der GmbH steht unmittelbar bevor, Notartermine sind festgelegt. Und auch auf einen Namen für den künftigen Verein verständigten sich die zahlreich erschienenen Mitglieder des Business-Clubs auf einer weiteren Versammlung: Nach längerer Diskussion wurde bei wenigen Enthaltungen beschlossen, dass sowohl Dormagen als auch das Rheinland integriert sein sollen - über die Reihenfolge gab es zunächst unterschiedliche Ansichten. Das Ergebnis der Meinungsfindung lautet "Dormagener Handball-Club Rheinland", kurz DHC.


Viele Mitglieder gesucht

Wie bisher soll blau-weiß die bestimmende Farbkombination auf den Trikots der Spieler sein. Die nächsten Schritte sind nach der formalen Eintragung die Einrichtung eines Büros und dann auch die Gründung der GmbH & Co. KG, die zur Finanzierung des Spielbetriebs möglichst viele Mitglieder sucht. Um die Trennung vom Verein deutlich zu machen, soll das Büro nicht auf dem Vereinsgelände des TSV Bayer Dormagen sein, aber in der Nähe, "damit die sportliche Leitung keine zu langen Wege hat, um mit den Spielern zu sprechen", so Lieven.

Die Übereinkunft sei durchaus als "historisch" zu bewerten, sagte Lieven. Denn mit der Gründung der neuen Gesellschaft erhalte oder schaffe man auch Arbeitsplätze. Zudem würden die beteiligten Unternehmen Verantwortung für das seit über einem Jahr erfolgreich arbeitende Sportinternat Knechtsteden zeigen: "Was nützt diese Einrichtung den jungen Athleten, wenn kein Erst- oder Zweitligist in der Nähe ist?" Und ein weiterer Grund auch künftig Spitzenhandball vor Ort anbieten zu können sei die Verantwortung für Zuschauer und Fans.

Der Dormagener Steuerberater Karl-Heinz Conrady, auch ein langjähriger Anhänger der Handballer, unterbreitete den Vorschlag, einen Beirat ins Leben zu rufen, der die Kontrollfunktion übernimmt. Die Einrichtung stieß auch beim Business-Club auf große Zustimmung. Allen Beteiligten war klar, dass die GmbH-Gründung nur ein erster Schritt war. Jetzt steht eine harte Aufgabe an: Klinkenputzen.