HSV Hamburg - Hamburg will vor dem Topspiel die Nerven behalten - "Nicht verrückt machen lassen" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Hamburg will vor dem Topspiel die Nerven behalten

"Nicht verrückt machen lassen"

Der Matchwinner des HSV sah es ganz pragmatisch. Nach dem 25:24-Zittersieg über Lübbecke sagte Marcin Lijewski: "Das war doch toll für die Fans: Dramatik, Klasse und am Ende ein Sieg für uns." Die Hamburger gaben unisono zu, dass sie sich nicht hätten beschweren können, wenn die Gäste mit den starken Ex-HSVern Arne Niemeyer und Michal Jurecki gewonnen hätten. "Es ist allerdings auch eine Qualität, am Ende so ein Spiel zu gewinnen", sagte Trainer Martin Schwalb.

Der Kampf stimmte, aber es wurden zu viele freie Chancen, darunter fünf Siebenmeter vergeben, die Anspiele waren oft zu ungenau. Kapitän Guillaume Gille: "Vorne hatten wir einen Sch...-Tag. Das Spiel hätte auch anders ausgehen können, keine Frage. Über die verworfenen Siebenmeter mache ich mir keine Gedanken, Hans Lindberg hat ja am Ende wieder getroffen." Rechtsaußen Stefan Schröder sagte: "Wir sind dem Teufel noch mal von der Schippe gesprungen. In der vergangenen Saison haben wir solche Spiele nicht gewonnen, diesmal schon."

Heute steht die Pflichtaufgabe im Pokal in Balingen an, doch der Blick geht bereits weiter. Alle fiebern natürlich dem Duell der Giganten in Kiel entgegen. Schwalb: "Wir können erhobenen Hauptes da hinfahren. Ich freue mich riesig drauf. Das wird eine geile Partie. Wenn wir unser Spiel durchziehen, können wir dem THW Probleme bereiten." Gille sagt: "Der THW ist immer noch das Maß aller Dinge. Kiel ist ungeschlagen. Das wird die Hölle." Eventuell ist sein Bruder Bertrand dann wieder dabei. Der Franzose flog gestern nach Basel, um seine Achillessehne noch mal zu checken. "Noch habe ich Schmerzen", sagt der Kreisläufer.

Vielleicht, glaubt Matti Flohr, war der bevorstehende Hammer an der Förde schon zu sehr in den Hinterköpfen. "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen von dem ständigen Kiel-Gerede. Und zuletzt ging es vor unseren Spielen ja auch nur immer um die Tordifferenz und wie hoch wir gewinnen." Nun, der THW hat jetzt die um 18 Treffer bessere Differenz.