HSG Wetzlar - HSG Wetzlar ist mit Gehaltszahlungen in Verzug - Notverkäufe nicht ausgeschlossen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
HSG Wetzlar ist mit Gehaltszahlungen in Verzug

Notverkäufe nicht ausgeschlossen

So heil, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Handball-Welt im Mittelhessen keineswegs. Bei der HSG Wetzlar, die aktuelle Finanzprobleme hat, steht zudem ein personeller Umbruch ins Haus.

Die HSG Wetzlar ist das Lebenswerk von Rainer Dotzauer. Da er krank ist, wird der Manager aber auf unbestimmte Zeit seine Aufgaben als Sportlicher Leiter nicht wahrnehmen können. „Rainer ist zwar schon wieder auf dem Weg der Besserung, aber solange er für das Tagesgeschäft nicht zur Verfügung steht, wird Trainer Michael Roth die Position des Sportlichen Leiters kommissarisch begleiten“, sagt der seit dem 1. Dezember tätige neue Geschäftsführer Sascha Schnobrich.

Reizvolles Angebot

Der 62-jährige Dotzauer hatte schon in der Vergangenheit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und 1997 einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich mit bewundernswerter Energie erholte. Ab dem 1. Februar 2010 müssen die Grün-Weißen zudem ohne den VfL Gummersbach wechselnden Geschäftsführer Axel Geerken auskommen, dem das Angebot des VfL „bereits seit längerer Zeit“ vorgelegen. hatte. „Gummersbach ist ein Verein mit sehr viel Tradition und eine reizvolle Adresse“, sagte der Ex-Torhüter der Grün-Weißen, der seit drei Jahren für die HSG als Geschäftsführer tätig ist und eigentlich einmal Dotzauers Nachfolger und der starke Mann im Klub werden sollte.

„Ein Abschied eröffnet gleichzeitig auch immer die Möglichkeit, etwas Neues zu beginnen und Dinge besser zu machen. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit Sascha Schnobrich einen neuen Mann im Verein haben, der die entstandene Lücke auf der Geschäftsführer-Position nicht nur nahtlos schließen kann, sondern dazu beitragen wird, unseren Verein noch besser aufstellen“, sagte Hardo Reimann.

250.000 Euro von einer Sponsorengruppe

Seine Äußerungen lassen darauf schließen, dass er Geerkens Abgang leicht verschmerzen kann. Ohne den umtriebigen Aufsichtsratsvorsitzenden scheint bei der HSG nichts mehr zu gehen. Weil der Wetzlarer Anwalt eine Sponsorengruppe hinter sich hat, die den finanziell angeschlagenen Verein, dem angeblich 400.000 Euro zum 30. Juni 2010 fehlen, mit 250.000 Euro unterstützen will, scheint nunmehr Reimann das Zepter bei den Grün-Weißen in der Hand zu haben. Dass die finanzielle Situation angespannt ist und auch Gehaltszahlungen an Teile der Mannschaft noch ausstehen, wurde von Vereinsseite eingeräumt.

Zugleich wurde bestätigt, dass erste Gelder der Sponsorengruppe geflossen seien und weitere Zahlungen folgen sollen. Die Gruppe hat der HSG ein Thesenpapier mit ihren Erwartungen als Bedingung ihrer Zahlungen übergeben, dem Reimann und Co. zugestimmt haben. Wobei hierbei wohl mehr Professionalität als in der Vergangenheit gefordert worden sein könnte, mit der sich die HSG immer noch schwer tut. Spielerverkäufe wie der des serbischen Rückraumtalents Petar Djordjic, an dem wohl die SG Flensburg-Handewitt Interesse hat, sind zudem nicht ausgeschlossen.