Rhein-Neckar Löwen - Mit Stefansson zum ersten Titel - Nur Löwen-Manager Storm fordert trotz Verstärkungen weiter Geduld und Ruhe - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Mit Stefansson zum ersten Titel

Nur Löwen-Manager Storm fordert trotz Verstärkungen weiter Geduld und Ruhe

Mit dem dritten Tabellenplatz in der Bundesliga sowie dem Erreichen des Halbfinals in der Champions League und im DHB-Pokal können die Rhein-Neckar Löwen auf die bislang erfolgreichste Spielzeit zurückblicken, auch wenn aus dem erhofften Titelgewinn erneut nichts wurde. Um dieses Ziel in Zukunft zu erreichen, hat der Club seinen Kader weiter verstärkt.

Aus den Augen von Carlos Prieto spricht viel Bewunderung, wenn die Rede von Ólafur Stefánsson ist. "Er braucht keine Fitness, er spielt mit dem Kopf", sagte der Kreisläufer der Löwen während der Fitnesstests des Vorjahresdritten der HBL über den neuen und alten Mitspieler. Zwischen 2003 und 2007 spielten beide für BM Ciudad Real, ehe sich die Wege trennten, weil Prieto zu BM Valladolid weiter zog. "Òlafur ist einer der besten Spieler, mit denen ich in einem Team stand", schwärmt der spanische Modellathlet.


Isländische Galionsfigur

Stefánsson ist der prominenteste Neuzugang der Rhein-Neckar Löwen. Der 36-Jährige gewann sowohl mit dem SC Magdeburg als auch mit Ciudad Real die Champions League und gilt als einer der besten Linkshänder der Welt. Auf die Worte Prietos reagierte der Isländer ganz gelassen: "Ich werde mich in der Vorbereitung trotzdem voll reinhängen, um topfit für eine möglichst lange Saison zu sein." Seit dieser Saison sind Prieto und Stefánsson nach zweijähriger Pause wieder vereint und werden im Trikot der Löwen versuchen, die Erfolgsgeschichte des badischen Clubs weiterzuschreiben. Während Prieto vor allem wegen seiner Künste in der Abwehr verpflichtet wurde, soll die isländische Galionsfigur die Fans mit seinen Qualitäten in der Offensive verzücken. "Es ist für mich eine tolle Sache, am Ende meiner Karriere noch einmal bei einem so großen Klub spielen zu können", sagt Stefánsson. In den kommenden zwei Jahren möchte er das weiterführen, was ihn während seiner gesamten Laufbahn ausgezeichnet hat: Titel gewinnen.


Beste Bedingungen

Pokale in die Höhe strecken - damit kennt sich auch Ola Lindgren aus. Als Spieler gehörte er der "goldenen Generation" der Schweden an, die bis auf die Olympische Goldmedaille alles abräumten, was möglich war. Bei der HSG Nordhorn bewies er über mehrere Jahre seine Fähigkeiten als Trainer, gewann 2008 den EHF-Pokal und möchte mit den Löwen den nächsten Schritt machen. "Ich finde hier die besten Bedingungen vor, das Potenzial der Mannschaft sowie des Umfelds sind sehr gut", lobt der neue Trainer, der sich auf die für ihn anstehende "riesige Herausforderung" freut. Beispiel für die besten Bedingungen: Mit seinem einstigen Lehrmeister Kent-Harry Andersson erhielt Lindgren während der Vorbereitung noch einen hoch qualifizierten Assistenten. Den 60-jährigen, der seit 1997 erst bei der HSG Nordhorn, ab 2003 dann bei der SG Flensburg-Handewitt als Cheftrainer in der Bundesliga tätig war, angelten sich die Löwen, nachdem er sich mit der SG, die ihn Weihnachten 2008 gefeuert hatte, über eine Vertragsauflösung geeinigt hatte.

Neben Prieto und Stefánsson haben die Löwen-Verantwortlichen mit Bjarte Myrhol, Alexandros Alvanos und Michael Müller weitere etablierte Kräfte verpflichtet, außerdem setzt der Klub mit den Transfers von Gábor Ancsin, Maximilian Bender sowie Alexander Becker weiter auf die "Jugend-Karte". Dass dieser Weg erfolgreich sein kann, beweisen aktuell Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki. "Wir haben gute Typen dazubekommen", glaubt Thorsten Storm, die richtigen Akteure geholt zu haben, um den gestiegenen Ansprüchen gerecht zu werden. Gelingt die Integration der Neuen, glaubt der Löwen-Manager, ein Team beieinander zu haben, das mit den Konkurrenten aus Kiel, Hamburg und Lemgo um die ersten Plätze konkurrieren kann: "Wir haben einen starken und breiten Kader, der den ersten Titel holen kann. Aber Geduld und Ruhe sind dabei wichtige Tugenden."