VfL Gummersbach - Nur Steffen Weinhold zeigt Normalform - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Nur Steffen Weinhold zeigt Normalform

Der letzte Angriff war ein Spiegelbild des gesamten Spiels. Großwallstadt hatte den Torwart vom Feld genommen und verzweifelt versucht, in Überzahl noch zu einem Torwurf zu kommen. Doch dass ausgerechnet Stefan Kneer die Verantwortung übernehmen musste, war nicht nachzuvollziehen, hatte der Nationalspieler doch während der gesamten 60 Minuten ziemlich neben sich gestanden. Kneer scheiterte denn auch eine Sekunde vor dem Ende mit seinem harmlosen Wurf am besten Spieler in der Halle, dem Gummersbacher Goran Stojanovic. Es war der Schlusspunkt einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie, die bestimmt wurde von den Abwehrreihen.

Dass die Gummersbacher von Beginn an sehr offensiv deckten, war nicht wirklich eine Überraschung, hatte doch die ganze Liga zugesehen, wie so er HSV Hamburg zu besiegen war. Vielleicht war es aber doch überraschend , dass der VfL die Deckung von Minute zu Minute, von Angriff zu Angriff veränderten. "Damit hatte Großwallstadt große Probleme", sagte der Gummersbacher Trainer Sead Hasanefendic. Was noch leicht untertrieben war. Der TVG musste sich jedes einzelne Tor ganz hart erkämpfen.

Wenig hilfreich war natürlich, dass Andreas Kunz, Michael Spatz und Oliver Köhrmann gleich mit drei Siebenmetern am überragenden Stojanovic scheiterten. Doch die Siebenmeter waren nicht einmal die dicksten Möglichkeiten, die vergeben wurden. Gleich fünf Gegenstöße wurden im direkten Duell "Angreifer gegen Torwart" verworfen, selbst der zuletzt so treffsichere Nationalspieler Jens Tiedtke ließ sich von der allgemeinen Angst vorm Torschuss anstecken.

Das größte Problem aber hatte der TVG im Rückraum. Nur der Halbrechte Steffen Weinhold zeigte normale Form, die Halblinken Kneer und Csaba Szücs hingegen blieben weit unter ihren Möglichkeiten. "Wir haben nur 26 Tore zugelassen", sagte Trainer Michael Biegler, "das muss normalerweise reichen zum Sieg." Tat es aber nicht ...