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Przybecki macht Neuling zum Gewinner

In einem hart umkämpften aber jederzeit fairem Spiel, das von zwei starken Abwehrreihen dominiert wurde, sicherte sich Hannover-Burgdorf am Ende glücklich, aber nicht unverdient beide Punkte. Die Torhüterleistungen ließen auf beiden Seiten aber eher zu wünschen übrig. "Unser Keeper war erst in der Endphase vorhanden, da war es zu spät", sagte Balingens Trainer Dr. Rolf Brack und auch Hannovers Frank Carstens meinte zu seinen Schlussleuten: "Das war zu wenig für das, was sie eigentlich können. Beide haben noch Potenzial nach oben."

Die Partie lebte von der Spannung. Mit der 3:2:1-Deckung der Gäste hatten die Hausherren eher weniger Probleme, dafür im ersten Durchgang aber umso mehr mit der Chancenverwertung. Der gut aufgelegte Piotr Przybecki war da eher Alleinunterhalter. Balingen präsentierte sich da etwas sicherer und ging mit einer knappen Führung in die Pause. In der zweiten Hälfte legte der Neuling aber einen Zahn zu, rührte hinten durch die Hereinnahme von Gustav Rydergaard noch mehr Beton an, erkämpfte sich Bälle und schloss schnelle Gegenstöße erfolgreich ab. Aber selbst mehrmalige deutliche Führungen waren kein Ruhekissen. Unkonzentrierte Abschlüsse nutzte Balingen, um immer wieder zu verkürzen.

Die Entscheidung fiel so erst 46 Sekunden vor dem Ende, als Jan-Fiete Buschmann zum 28:26 einnetzte. "Wir hatten Probleme auf der Spielmacherposition, Feliho stand nach guter Vorbereitung neben sich. Im Angriff hat es nicht zu mehr als 27 Toren gereicht. Wir müssen den Weg der kleinen Schritte gehen", meinte Balingens Coach Dr. Rolf Brack.

Hannovers Trainer Frank Carstens war ein mächtiger Stein vom Herzen gefallen: "Ich denke, wir waren dieses eine Tor besser. Aber man hat auch gesehen, dass wir in Drucksituationen noch nicht so stabil sind. Durch individuelle Flüchtigkeitsfehler kam Balingen immer wieder heran, so dass wir am Ende fast noch Lehrgeld gezahlt hätten. Da müssen wir noch routinierter werden."

Ein Sonderlob vom Chef gab es für Rückraumspieler Piotr Przybecki: "Er hat einen Sahnetag erwischt." Eine Hiobsbotschaft gab es noch für die Schwaben. Spielmacher Mare Hojc musste mit einer schweren Gehirnerschütterung ausgescheiden und blieb zur Beobachtung in einem Krankenhaus in Hannover.