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THW Kiel fest auf Titelkurs

Rekord befreit von Last

Kaum war der Startrekord eingeheimst, fiel den Handballern des THW Kiel eine Riesenlast von den breiten Schultern. «Es ist wirklich nicht einfach, immer auf so einen Rekord zu schielen», gab Manager Klaus Elwardt nach dem harterkämpften 28:25 (11:11) bei Altmeister VfL Gummersbach zu.

Mit dem 18. Sieg in Serie und 36:0-Punkten hatte der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter die bisherige 34:0-Bestmarke des TBV Lemgo aus der Saison 2002/2003 ausgelöscht. Trainer Alfred Gislason machte seinen Mannen für den optimalen Saisonverlauf «ein dickes Kompliment», in der nun anstehenden gut vierwöchigen EM-Pause will er aber nichts mehr hören: weder allgemein vom Handball noch von möglichen weiteren Rekorden im Speziellen.

«Jetzt freue ich mich auf die Pause. Ich fahre 14 Tage in mein Haus nach Magdeburg und schalte das Telefon aus», kündigte der Erfolgscoach in den «Kieler Nachrichten» an. Die Erholung haben sich Gislason & Co. dank ihrer makellosen Bilanz verdient: Die letzte Niederlage in der Liga (24:30 beim SC Magdeburg) datiert vom 4. Mai: Seitdem hat der THW in Test- oder Pflichtspielen 50 Siege gefeiert und nur zweimal in der Champions League nicht gewonnen.

Diese Serie hat den Glauben an die eigene Stärke gefestigt, so dass der THW auch in kritischen Situationen wie lange Zeit in Köln gegen Gummersbach am Ende die Oberhand behält. Garanten des abermaligen Kieler Erfolges im diesmal nicht so stark wie üblich agierenden Starensemble waren der starke Torhüter Thierry Omeyer mit 17 abgewehrten Bällen und der treffsichere Filip Jicha mit elf Toren. «Nach der Pause kam der THW in die Phase, in der sie viele Teams einfach überrennen. Das ist uns nicht passiert. Aber die Niederlage konnten wir nicht verhindern», befand VfL-Coach Emir Kurtagic.

«Uns hat die Spritzigkeit gefehlt», meinte Gislason. Es reichte dennoch, denn sein THW ist nach einer trotz des DHB-Pokalsiegs enttäuschenden Vorsaison mit Rang zwei in der Liga und dem Viertelfinal-Aus in der Champions League wieder zu einer Macht geworden. Den Grundstein dazu legte der Coach im Sommer im Trainingslager aus La Réunion durch intensive Teambuilding-Maßnahmen, zudem blieben die Kieler vom Verletzungspech der vorigen Spielzeit weitgehend verschont. Nun stehen die Schleswig-Holsteiner wieder ganz oben - dort, wo sie nach ihrem Selbstverständnis auch hingehören.