Kiels Titelverteidigung in weiter Ferne - Rekordmeister Kiel gibt gegen Gummersbach einen wichtigen Punkt ab - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Kiels Titelverteidigung in weiter Ferne

Rekordmeister Kiel gibt gegen Gummersbach einen wichtigen Punkt ab

Zwölf Sekunden vor dem Abpfiff hatte die Halle noch getobt, als Kreisläufer Robert Arrhenius den THW Kiel in Front gebracht hatte. Doch dann kehrte weihnachtliche Stille ein unter den 10.250 Fans: Der Gegner nämlich konterte noch einmal: Nach einer Auszeit verwertete Christoph Schindler, das Ex-"Zebra", einen Doppelpass per Stemmwurf zum 26:26 (12:13)-Ausgleich für den VfL Gummersbach. "Das war der Lohn für die Arbeit der letzten Wochen", freute sich Schindler. "Das ist bitter für uns, aber Gummersbach hat sich den Punkt mit einer starken Leistung verdient", zeigte sich THW-Coach Alfred Gislason nach der Partie fair.

Da der Rückstand auf Tabellenführer HSV Handball nun fünf Punkte beträgt, rückt die deutsche Handballmeisterschaft für den THW in weite Ferne. Kiel werde den Rückstand in der Rückserie noch korrigieren, glaubt VfL-Coach Sead Hasanefendic zwar. Gislason aber ist Realist, er weiß, dass im letzten Jahr sieben Minuspunkte nicht reichten für den Titel. "Unsere Lage hat sich nicht verbessert", sagte der Isländer, der eine Reihe von verletzten Schlüsselspielern (Daniel Narcisse, Kim Andersson, Marcus Ahlm) beklagt. "Aber wir sehen, wie sich die Rückserie entwickelt. Wir sind der THW, und wir werden bis in den Juni hinein kämpfen."

Die Partie begann mit einer Schrecksekunde: Nur 70 Sekunden nach Anpfiff lag Christian Zeitz mit schmerzverzerrtem Gesicht im Kieler Wurfkreis, nach einem Zusammenprall mit Drago Vukovic; der Linkshänder, der just genesen war, hielt sich das linke Sprunggelenk und humpelte dann auf die Kieler Bank. Zeitz kehrte später zwar zurück, aber die Mitspieler schienen geschockt: Bis zum ersten Tor aus dem Feld, das Jerome Fernandez erzielte, vergingen 7:25 Minuten, bis dahin hatte der THW bereits acht Fehlwürfe zu verzeichnen. Immer wieder scheiterten die Kieler Rückraumstars um Filip Jicha an VfL-Keeper Goran Stojanovic.


Starker Stojanovic

Während Gislason den indisponierten Torwart Thierry Omeyer in Minute 14 gegen Andreas Palicka auswechselte, da der THW-Keeper keinen Ball hielt, parierte Stojanovic bis zur Halbzeit wie eine Maschine: Mit 16 Paraden lag seine Erfolgsquote weit über 50 Prozent, ein Weltklassewert.

Nach der Pause (12:13) dominierte der Gast bis zum 19:22 (46.). Angetrieben vom unermüdlichen Filip Jicha, schaffte der Gastgeber jedoch wieder den Anschluss, und das, obwohl Stojanovic weiterhin Glanzparaden in Serie ablieferte. Als Zeitz zwei Minuten vor Ultimo mit seinem ersten Treffer den THW wieder in Front warf, schien der Favorit dem drohenden Punktverlust noch zu entkommen. Aber Gummersbach schlug kühl zurück und feierte den Punktgewinn wie einen Sieg.